Inhaltsverzeichnis

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (6)

Die Hinwendung von Vertretern der undogmatischen Linken in der DDR zu den „Grünen“ und dem Vorläufer der Partei „Die Linke“ weist darauf hin, daß die Ideologie der Neuen Linken kein Phänomen allein des Westens oder gar in der alten BRD ist, sondern eigenständig demselben Grund entsprossen ist wie West und Ost, Liberalismus und Sozialismus, und deshalb hüben wie drüben anzutreffen gewesen ist. – So stammte auch Rudi Dutschke, den man als prominentesten Repräsentanten der undogmatischen Linken in der alten BRD bezeichnen darf, aus der DDR; das aus verschiedenen Strömungen bestehende Sammelbecken der undogmatischen Linken wollte einen Sozialismus jenseits von West und Ost konstituieren, ohne dabei einer bestimmten Lehre zu folgen, was also den Maoismus allenfals als einen Aspekt unter vielen zuließ. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (5)

Mit der Gründung der KPD/ML war der Maoismus in der alten BRD erstmals politisch-programmatisch konkret geworden; nach der Vorbereitung der Parteigründung im Herbst 1968 wurde sie am Ende desselben Jahres schließlich vollzogen und eine programmatische Gründungserklärung verabschiedet. Bis dahin und sporadisch auch noch hernach waren Parolen der maoistischen Propaganda von verschiedensten Personen verwendet worden; als Beispiel war oben auf Johannes XXIII. hingewiesen worden. Mit der KPD/ML-Gründung wurde der ideologische Zusammenhang deutlich vor Augen geführt, in den die Parolen eigentlich gehörten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (4)

[Vorbemerkung: Da sich die Betrachtung des Themas nicht in der von mir beabsichtigten Weise auf den Maoismus konzentrieren ließ, von dem erst im folgenden Teil wieder ausführlicher die Rede sein wird, da also der Kontext weit mehr Berücksichtigung erforderte und der Titel deshalb zu Mißverständnissen Anlaß gab, ist er von mir abgeändert worden. -] Nach dem Jahr 1968 stand die Alte Linke, vertreten durch deren kommunistischen Flügel, recht isoliert da und erschien als Interessenvertretung des Ostblocks im Westen; dem wurde von Seiten der Maoisten „Revisionismus“ vorgeworfen, d.h. Abweichung von der reinen Lehre des Marxismus-Leninismus, und daher bezeichneten sich die Maoisten selbst auch gern als Marxisten-Leninisten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Notizen zur Utopie (3)

Der Fall Münsters im Jahre 1535 markierte einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung des Wiedertäufertums. Der überwiegende Teil derjenigen, die den Chiliasmus nicht aufgeben wollten, verließ anscheinend das kontinentale Europa und ließ sich in England nieder. So war es möglich, daß sich der zurückbleibende Teil rasch umorientierte und sich in eine – den Münsteraner Wiedertäufern geradezu entgegengesetzte – Gemeinschaft von Pazifisten transformierte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kurzer Rückblick auf den hiesigen Maoismus (3)

Oft werden die Pariser Mai-Unruhen als Höhepunkt der studentischen Bewegung angesehen, so daß man mit Blick darauf von den „Achtundsechzigern“ spricht, doch eigentlich bildete das Jahr 1967 den Zenit, die Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien mit dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg*, der von einem West-Berliner Polizisten mit Verbindungen zur Ost-Berliner Staatssicherheit – vielleicht in deren Auftrag – erschossen wurde. Im April 1968, am Gründonnerstag jenes Jahres, verlor die Studentenbewegung in der BRD hingegen durch ein Attentat ihre wichtigste Führungsperson, den Soziologie-Doktoranden Rudi Dutschke**; der es zwar überlebte, jedoch so schwer verletzt wurde, daß er die frühere Wirksamkeit hernach nicht fortzusetzen vermochte und bereits 1979 verstarb. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gedankensplitter (18. Aug. 2016)

„Zivilgesellschaft“ ist ein seit 1989 immer häufiger gebrauchtes Wort, das früher gar nicht geläufig war. Es entstammt dem Bereich der Sozialwissenschaften, verbreitete sich jedoch über Fachkreise hinaus und wird gegenwärtig gern von Politikern benutzt; schon deshalb ist es geboten, sich darüber Klarheit zu verschaffen, was denn mit „Zivilgesellschaft“ gemeint ist. – Auf der Netz-Seite der United Nations (UN) wird das englischsprachige Pendant des Begriffes „Zivilgesellschaft“ folgendermaßen definiert: „Civil society is the ,third sector‘ of society, along with government and business. It comprises civil society organizations and non-governmental organizations.” [Die] Zivilgesellschaft ist der „dritte Sektor” der Gesellschaft neben Staat und Wirtschaft. Sie umfaßt zivilgesellschaftliche Organisationen und nicht-staatliche Organisationen.* Weiter heißt es dort: „The UN recognizes the importance of partnering with civil society, because it advances the Organization’s ideals, and helps support its work.” Die UN erkennen die Bedeutung der Verpartnerung mit [der] Zivilgesellschaft an, da sie (sc. die Verpartnerung) die [Verwirklichung der] Ideale der [UN-]Organisation voranbringt und den Rückhalt ihrer Tätigkeit [zu stärken] hilft. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kurzer Rückblick auf den hiesigen Maoismus (2)

Nun endlich die Fortsetzung des ersten Teiles. – In der bundesdeutschen Studentenbewegung – vor allem des Jahres 1967 – waren noch alle später auseinanderdriftenden Strömungen vereint; 1968 begann deren Aufspaltung in die Anhänger der Alten Linken, die maoistischen K-Gruppen und die undogmatische Linke sowie unpolitische Aussteiger. – Im gesamten Westen gab es während der zweiten Hälfte der sechziger Jahre Demonstrationen von Studenten gegen den us-amerikanischen Vietnamkrieg (1964 – 1973) und daneben die Forderung nach sexueller Freizügigkeit sowie Abwendung von aller überlieferten Kultur; dahinter standen als Theoretiker vor allem Fanon* und – als Repräsentant der Frankfurter Schule – Marcuse**, wobei Fanon die sich befreienden Kolonialvölker, ins Besondere das dortige „lumpen-prolétariat“, zum revolutionären Subjekt erklärte, während Marcuse – offenbar daran anknüpfend – das heimische Lumpenproletariat, alle Arbeitslosen, Arbeitsunfähigen sowie die Angehörigen [nicht-weißer] Völkerschaften im Lande, als revolutionäres Subjekt verstand, dem nur noch [von Studenten] das richtige Bewußtsein zu vermitteln war, auf daß es das bestehende System von innen her zerstöre und eine repressionsfreie Gesellschaft ermögliche. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gedankensplitter (1. Aug. 2016)

Zwar unterbrach die Kanzlerin ihre Sommerfrische nicht sogleich wegen des blutigen Wochenendes vom 22. bis zum 24. Juli, an dem die Konsequenzen ihrer Politik deutlich vor Augen geführt wurden, doch sie zog eine Pressekonferenz auf den 28. Juli vor, wo sie dann Stellung nahm auch zu diesen Ereignissen. – Wie nicht anders zu erwarten bestanden Merkels Ausführungen aus einer langen Reihe bekannter Phrasen; einen Eindruck davon vermitteln die während der Pressekonferenz fortlaufend veröffentlichten Notizen einer Foristin auf Politically Incorrect, hier wiedergegeben sind in gekürzter und geraffter Form: Diesen Beitrag weiterlesen »

Aktuelle Notiz (23. Juli 2016)

Es scheint spürbare Erleichterung die Meldung der Nachricht zu beschwingen: Es handelte sich bei den Münchner Morden vom Vortag nicht um einen islamis[tis]chen Terrorakt*, sondern – wenn schon nicht um einen rechtsradikalen Anschlag, so doch nur – um einen Amoklauf! Die Ermordeten sind zwar nicht weniger tot, aber es handelte sich nicht um die Terrortat eines verwirrten Gläubigen, sondern um die Tat eines um so Verwirrteren, wie sie sich schließlich allerorts und zu jeder Zeit einmal ereignen kann. – Ist es aber nicht unübersehbar, daß die Entwurzelung des Menschen im Zeichen des Globalismus immer mehr Attentate und Amokläufe hervorbringt? Eine Bluttat, die früher, in geordneten gesellschaftlichen Verhältnissen, jahre- oder jahrzehntelang die Gemüter beschäftigt hätte, gehört heute zum Alltag und wird schon bald durch neue Greuel aus dem Bewußtsein verdrängt: Jetzt ein Amokläufer, der neun Menschen mit sich in den Tod reißt und noch viel mehr verwundet; im vergangenen Jahr ein Pilot, der ein vollbesetztes Passagierflugzeug zum Absturz brachte, den niemand an Bord überlebte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Herausforderung

von virOblationis

Der jüngste Anschlag in Frankreich mit offenbar „islamistischem Hintergrund“ wurde gewiß nicht zufällig am französischen Nationalfeiertag durchgeführt, sondern damit das Land dadurch um so nachhaltiger erschüttert werde.  – Nebenbei gesagt zeigt dieser Anschlag mittels eines Lastwagens auch, wie wenig wirksam die bloße Forderung nach Verschärfung des Waffenrechtes ist, die US-Präsident Obama nach dem verheerenden Anschlag von Orlando durch einen mohammedanischen Einzeltäter wieder einmal erhob. – Der Anschlag von Nizza am gestrigen 14. Juli zielte auf die Grundlage der Französischen Republik, die letztlich auf die Französische Revolution zurückzuführen ist, die – neben dem us-amirkanischen Unabhängigkeitskrieg – am Beginn der Moderne steht. Diese betreibt die Trennung von Staat und Religion, erklärt die Religion zur Privatsache, doch vermochte sie ihr Konzept anscheinend nur innerhalb eines sich saecularisierenden Christentums zu verwirklichen, nicht bei den zahlreichen Vertretern des Islam, dessen regelmäßig erfolgenden gewalttätigen Ausbrüche zum „Islamismus“ erklärt werden, wobei man für den Terror vorzugsweise verwirrte Einzeltäter verantwortlich macht.

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