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Bild dir meine Meinung

Ein herrliches Beispiel, wie gleiche  Fakten, unterschiedlich behandelt,   ‘Meinung bildet’. Wobei in keinem Fall gelogen wird – nur muss der Leser aufmerksam lesen [mehr als die Überschrift und flüchtiges Überlesen des Artikels] und er muss Hintergrundwissen besitzen, das ihm nicht von allen Zeitungsschreibern mitgeliefert wird. Welt Online macht eine bemerkenswerte Ausnahme.

 

Politisch motivierte Gewalttaten von links und rechts gleich groß – ein sachlicher, faktisch korrekter Artikel, der das nötige Hintergrundwissen mitliefert,  auf Verharmlosung verzichtet – und auf kalkulierte Hysterisierung.

Die anderen 16 sind ein gutes Beispiel, wie Propaganda im 21 Jahrhundert funktioniert.

3 Kommentare zu „Bild dir meine Meinung“

  • MoMo:

    Genau das ist aber das Problem, viele lesen nur noch flüchtig. Da falle solche Tricks auf fruchtbaren Boden.

  • @MoMo

    Die Deutschen der ehemaligen SED-Diktatur sind da besser gerüstet – mir erklärte kürzlich erst einer, dass man in der BRD-Presse bei allen ‘brisanten’ Themen kräftig zwischen den Zeilen lesen muss.

  • Wahr-Sager:

    Thematisch passend dazu zwei Auszüge aus dem Buch So lügt das Fernsehen von Sven Eggers:

    WDR: 250 Mark für NS-Kostümierung
    April 1979: In einem Lokal in Berlin-Spandau greift die Polizei (Staatsschutz) drei junge Leute auf, die in verbotenen NS-Phantasiekostümen in Fernsehkameras lärmten. Bei späteren Vernehmungen erklärten die “Neonazis” übereinstimmend, sie seien für ein Honorar von 250 DM zu diesem Aufzug veranlaßt worden. Journalisten vom WDR hätten diese Kleidung ausdrücklich verlangt und seien sogar selbst mit NS-Symbolen und -Zeitungen erschienen, um diese dann wirksam ins Bild zu setzen. Hintergrund: Die WDR-Mannschaft bereitete einen Bericht über “Neonazis” für die Sendung “Monitor” vor.

    Und:

    Nazi-Spielen für 165 Mark

    Ebenfalls im Jahre 1979 trug sich während einer TV-Ausstrahlung folgendes zu. Das Magazin “Trans-Media” berichtete zehn Jahre später, in seiner Ausgabe Nr. 7/1989: “Eine Expertenrunde im WDR. Das Thema ‘Rechtsradikale’. Bevor Moderator Ivo Frenzel die Live-Diskussion eröffnet, wird ein Dokumentarfilm eingespielt. So heißt er wenigstens. Sein Titel ‘Neonazis in Berlin’. Einem der Experten, dem Schweizer Wissenschaftler und Publizisten Dr. Armin Mohler, kommen die darin agierenden beiden Halbstarken ein wenig zu martialisch vor. Auf gut Glück pflaumt er, noch während der Streifen im Studio über die Bildschirme flimmert, den neben ihm sitzenden Autor des Films an: ‘Wieviel habt Ihr denn diesen beiden Deppen fürs Nazi-Spielen gezahlt?’ Der Angesprochene grinst und antwortet Mohler, den er offensichtlich für einen ‘vom Haus’ hält: ‘165 Mark’. Der Film ist zu Ende, der Live-Teil der Sendung beginnt. Und Mohler packt sofort aus, was er gerade gehört hat: Daß ein öffentlich-rechtlicher Sender zwei jungen Berlinern für das Mimen von Rechtsradikalen 165 DM gezahlt hat. Der Autor ist baff, wird rot, kann sich nicht einmal zu einem schwachen Dementi durchringen, sondern stöhnt lediglich hervor: ‘Ja, aber 165 für beide zusammen…'”

    Weiter ist noch u. a.  zu lesen von einem gefälschten Beitrag über “Antisemiten”, die 1982 in Frankfurt am Main ihr Unwesen getrieben hätten; von einer Live-Attacke eines “Nazi-Attentäters” in der NDR-Sendung “III nach Neun”, die sich im Nachhinein als gestellt herausstellte; von Skinheads, die in der Sendung “Explosiv” den Hitlergruß zeigten und denen dafür Bier ausgegeben und 1000 Mark versprochen wurden.
     
    Und was heute als “Hakenkreuz-Ritzerin von Mittweida” die Runde macht, war früher gemäß dem Buch wohl die “Heldin von Halle”, die sich ein Hakenkreuz ins Gesicht schnitt, um dann zu behaupten, “Neonazis” hätten sie überfallen – worauf 1994 die obligatorische Hysterie gegen rechts folgte.
     
    Oder die “Heldin von Potsdam”, die damals 34-jährige Schwesternhelferin Sager-Zille; eine gehbehinderte Frau, die 1995 angab, sie sei von “Neonazis” überfallen und aus der Straßenbahn geworfen worden.
     
    Auch in diesem Fall wieder typische Medien-Hysterie und eine fieberhafte Suche einer Polizei-Sonderkommission nach den “rechtsextremen” Tätern. Das kommt einem doch bekannt vor…

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