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"Zitieren Sie nicht meinen Namen…"

Ich habe eine Theorie, aber wenn ich damit herauskomme, werden alle über mich herfallen.

Verfallende Infrastruktur, Verfall der öffentlichen Dienstleistungen und Verwaltung, Chaos, kein Gewaltmonopol des Staates mehr, unkontrollierte Überschuldung, dadurch Erpressbarkeit durch Investoren, finanzierbar ist nur noch der laufende Betrieb, überforderte oder korrupte Eliten, an der Spitze des Ganzen eine glamouröse und charismatische, aber auch autoritäre Führungsfigur – für uns Politologen sind das klassische Kennzeichen eines scheiternden Staates.

Wie reden hier von Somalia, Haiti oder dem Kongo. Verstehen Sie mich richtig, es ist vorerst nur eine Tendenz, Wowereit ist ja kein Gewaltherrscher, es gibt immer noch Wahlen, es gibt noch eine unabhängige Justiz, in Teilbereichen sogar noch Reste von Infrastruktur und Verwaltung. Aber die Tendenz geht klar in Richtung Staatszerfall.“

[1] Berlins Tendenz zum Kongo

Das ist keine Tendenz mehr, sondern fortgeschrittenes Stadium – etwas, das intelligente Rechte schon vor Jahren vorhersagten. Die  “charismatischen” Figuren, die aktuell an der Spitze der BRD stehen, sind mit dem Weltfrieden beschäftigt – damit sie sich nicht mit den kollabierenden Städten vor ihren Füßen und ihrem eigenen Versagen beschäftigen müssen.

Der normale Deutsche weiß das schon lange – oder was glaubt Martenstein, warum es die kleinen [Umzug] und großen Fluchten [Auswanderung] gibt – Tendenz weiter steigend.

BRD heute [Martenstein und die unten aufgeführten Artikel beziehen sich auf  Berlin – generell sind diese Zustände aber in allen westdeutschen Großstädten – und mittlerweile auch Kleinstädten  – zu beobachten.]

[1] Die Stadt und der Müll
[2] Teile der Hautstadt sind verloren: Attacken auf Polizisten nehmen zu
[3] Berlins neuer Schuldenrekord

6 Kommentare zu „"Zitieren Sie nicht meinen Namen…"“

  • karl-friedrich:

    Länderausgleich für Berlin sofort stoppen, die Länder Bayern, Hessen und Baden-Württemberg können das Geld besser anlegen und ausgeben.

  • Markus Oliver:

    Jeder – wirklich jeder – Blog scheint diesen Artikel zu verwursten. Ich kann mit meiner Ansicht nicht so alleine sein. ;-)
    Das alte Layout war irgendwie schöner, obwohl das hier augenfreundlicher ist.

  • karl-friedrich:

    M.O.

    Seit wann hast Du einen Hasen? LOL

  • Padua scheint auch so ein Fall zu sein (weiß jemand näheres?):
     

    Die Angst der Bevölkerung vor den Fremden wurde durch einige brutale Vergewaltigungsfälle in Roma-Lagern ebenso angefacht wie durch den Straßenkampf in manchen Vororten, der in Padua so lange eskalierte, bis die Stadtverwaltung eine Mauer um ein verrufenes Zuwandererviertel hochzog.

     
    Und das steht in der politisch correkten F.A.Z.!

  • Sir Toby:

    # karl-friedrich

    Wie es sowohl aktuell wie auch in der langfristigen Tendenz in Bayern aussieht, weiß ich nicht, aber in BW beisielsweise ist doch Stuttgart die Stadt, in der – ups, hoffentlich hab ich das jetzt richtig in Erinnerung (ich hatte Anfang des Jahres mal so einen Städteatlas mit der Bevölkerungsstruktur der Großstädte in diesem … staatsähnlichen Gebilde eingestellt – darauf beziehe ich mich) – die Mehrheit in der Alterklasse bis 6 Jahre (oder so) bereits jetzt nicht mehr …. ja, sagen wir mal ‘ethnodeutscher Herkunft’ ist (oder wie immer man das bezeichnen will). In Mannheim und den anderen Industriestädten wird es nicht anders aussehen. In Hessen reichen wohl die Beispiele Frankfurt und Offenbach – da gibts auch nichts mehr zu reißen, denke ich. Also, selbst wenn die Zahlungen (was, wie gesagt, nur ein Gedankenspiel ist ohne rechtliche Grundlagen) an Berlin eingestellt würden – wofür sollten etwa Hessen und BW diese Gelder denn dann verwenden? Die etablierte politische Klasse würde die Mittel dann eben im je eigenen Bundesland auf irgendeine Weise falsch verwenden.

    Und man sollte nicht vergessen, dass Berlin ja sozusagen doppelt gestraft ist; erst konnte sich durch die Teilung die 68er-Bewegung in West-Berlin als Hauptzentrum quasi ‘einbrüten’ – und mit der Vereinigung kam dann praktisch noch das ganze Zentrum der DDR-Nomenklatura bis hinunter in die untersten Ränge mit dazu. Das kann niemand verkraften. An sowas geht irgendwann jeder kaputt.

    Wenn man von der ‘charismatischen Führungsfigur’ absieht, trifft die obige Beschreibung doch auf den ganzen Pseudostaat BRD zu und wenn man sinnvoll auf so eine Situation reagieren will, muß man sie als Ausschnitt einer Gesamtentwicklung verstehen, die ihrerseits wieder einer eigenen Logik folgt (also etwas entsprechend dem Verhältnis einer ‘Szene’ in einem Film zur inneren Logik der Geschichte, die in dem ganzen Film erzählt wird). Und da hatte neulich schon einen kurzen Kontakt mit einem der Foristen hier, in dem ich das – und meine Ansicht dazu – angesprochen habe.

    Ich habe mich dabei als Analogie auf eine jünere Entwicklung in der Homöopathie bezogen. Da hat in den neunziger Jahren ein Holländer – Dr. Jan Scholten – ein Konzept entwickelt, mit dem er das periodische System der Elemente systematisch für die Homöopathie nutzbar macht (Jan Scholten – Homöopathie und die Elemente; gibts beispielsweise bei ‘sunrise’ oder ‘narayana’).

    Der Grundgedanke sieht dabei so aus, dass er jeder Reihe des Periodensystems einen bestimmten Inhalt zuordnet (z.B.: 1. Reihe – Ich-Entwicklung; 2. Reihe – Begegnung; 3. Reihe – Arbeit (i.S.v. konkret-praktischer, aber nicht schöpferischer Tätigkeit) …), und dieser jeweilige Inhalt wird in maximal 18 Stadien (von der ersten Spalte des Periodensystems bis zu den Edelgasen) durchlaufen. Der Höhepunkt der Entwicklung einer Reihe wird dabei nach seinen Forschungen im 10. Stadium erreicht (nicht im 9., wie es bei rein numerischer Orientierung zu erwarten wäre). Bis dahin finder AUFBAU statt – danach folgt der ABBAU … -bis im 18. Stadium (Edelgase) eine Entwicklunsphase praktisch völliger Unberührbarkeit (i.S.v. Kontaktlosigkeit, Desinteresse am Vergangenen, Abgeschiedenheit von der Welt) folgt.

    In Wirklichkeit ist aber auch dieses Stadium von intensiver Aktivität geprägt, denn es ist eine Transformationsphase, die den Eintritt in eine neue Reihe des Periodensystems vorbereitet … eine inhaltlich völlig neue Ebene also – wobei die Aktivität des 18. Stadiums eben nur nach außen hin nicht sichtbar ist (da wird nicht mehr ‘die Sau rausgelassen’), sondern im Verborgenen stattfindet. Eine Entsprechung könnte man wohl im Puppenstadium der Entwicklung einer Raupe zum Schmetterling sehen.

    Wenn wir dieses Grundmuster jetzt mal auf die Bundesrepublik – und mindestens mit gleicher Berechtigung noch auf ganz Europa (oder wenigstens das alte – westliche – EU-Europa) projizieren, dann sollten die Ähnlichkeiten auffallen und erkennbar sein, dass wir – egal wie wir die bisherige Entwicklungsebene bezeichnen wollen – uns in den Entwicklungsstadien nach dem 10. Stadium, und damit eben in den Stadien des Abbaus, bzw. des Verfalls einer zuvor bis zu einem Höhepunkt entwickelten Form, befinden. Sich dieser Entwicklung entgegenzustemmen, um sozusagen wieder ‘zurück’ ins Stadium 10 – den Höhepunkt, an dem man sich gewöhnlich orientiert, wenn man ihn schon hinter sich hat – zu kommen, ist wenig sinnvoll.

    Stattdessen sollten die, denen die Entwicklung des Verfalls überhaupt auffällt, und die diese Entwicklung stört, quält und sie die Sinnfrage stellen läßt, versuchen sich selbst als das Material einer neuen politischen (Führungs-) Klasse zu verstehen, die sich allerdings erst aufbauen muß – allein und ohne irgendwelche Hilfen irgendwelcher bestehender etablierter Strukturen erwarten zu können (was nicht heißt, dass man sie im Einzelfall nicht nutzen sollte, wenn sich die Möglichkeit ergibt). Denn: Das wirklich Neue an der gegenwärtigen Situation ist doch, dass sowohl die ‘rechtsetzende Gewalt’ (also die politische Klasse), wie auch Teile (wobei ich nicht einschätzen kann, wie groß die nun sind) der ‘rechtsprechenden Gewalt’ (also die Judikative) sowie zumindest Teile der oberen Ränge der Exekutive (Beispiel etwa dieser Polizeipräsident Steffenhagen in Köln – und dergleichen Beispiele gibt es sicher noch zuhauf, ohne dass ich sie mir konkret alle bekannt wären) und vor allen Dingen die ‘welterklärende Gewalt’ (also die 4. Gewalt der Medien) alles tun, um dieses Verfallsstadium weiter voran zu treiben. Und dazu eine Bevölkerung, die in ihrer überwältigenden Mehrheit von der tatsächlichen Situation keine Ahnung hat – und was wohl noch entscheidender ist, auch gar kein Interesse daran hat, eine Ahnung zu bekommen.

    Vor diesem Hintergrund scheint es mir das Sinnvollste, wenn alle Kräfte, die nicht einverstanden sind, und die etwas ändern wollen, sich darauf konzentrieren eine neue politische Klasse aufzubauen – sozusagen als Führung für die Zeit nach dem Zusammenbruch/Übergang in eine neue inhaltliche Gesamtsituation. Alles andere ist letztlich ‘Arbeit am Symptom’, aber nicht an an und mit den Ursachen.

    Und dazu hatte der Kommentator ‘Hallowach’ auf einem Strang bei Fakten-Fiktionen den Vorschlag gemacht, dass sich in den größeren Städten Interssierte zu ‘Stammtischen’ treffen könnten. Sie haben sich etwas später ironisch dazu geäußert, aber wir sind hier doch bei einem weiteren grundsätzlichen Problem: Wollen wir den Sprung aus der virtuellen Welt des Internet in die reale, physische Welt – oder wollen wir ihn nicht? Wenn wir ihn nicht wollen … können wir uns letztlich auch die ganze Bloggerei sparen, denn der einzige Sinn wäre dann ‘Dampf ablassen’ … und ansonsten zuschauen, wie die derzeitige politische Klasse und ihre Straßenschläger immer weiter machen, ohne dass sich irgendeine Alternativkraft konkret herausbilden würde.

    Ich weiß natürlich auch nicht, wie das praktisch am sinnvollsten umzusetzen wäre, aber dazu könnte man vielleicht einmal einen Eintrag machen, der sich nur mit Vorschlägen von Foristen beschäftigt, wie man konkret in Kontakt kommen könnte (wenn man es denn wollte), ohne sich zu gefährden und möglichst ohne die Gegenseite mit an den Tisch zu holen – das wäre natürlich der Supergau. Der Eintrag, wenn er irgendwelche sinnvollen Vorschläge erbrächte, könnte dann als eigene Kategorie eingestellt werden, so dass jeder, der später kommt und noch was beitragen kann/will bzw. sich anschließen möchte als erstes mal über diese Kategorie ‘einsteigen’ könnte.

  • karl-friedrich:

    @ Sir Toby

    Sie haben sich etwas später ironisch dazu geäußert,

    Mein Lieber Sir Toby,

    ihnen entgeht aber auch gar nichts. LOL

    Es stimmt schon, von der Bloggerei wird nichts besser, es ist lediglich ein entladen der Frust, mehr ist es nicht.

    Aber ich glaube, das solche Treffen nicht möglich sind, weil man nie weiß wer dahinter steckt, das ist ein heikles Thema das ich seinerzeit auch schon mal mit Markus-Oliver diskutiert habe, man ist ein Gefangener in einer Blase.

    Auf der anderen Seite, was machen wir schon? Wir kritisieren Missstände in diesem Land, die nicht hinnehmbar sind, das ist ja nicht Kriminell, und so viel sollte unsere Demokratie schon aushalten.

    Meines Erachtens, sollte man solche Treffen im Ausland organisieren z.B. in der Schweiz, auf einem neutralen Boden.

    Aber mal ganz ehrlich, was würde das alles ändern? Ich glaube nichts, der Zug ist abgefahren, ich kann mir einfach nicht vorstellen, das es noch einmal eine politische Wende in diesem Land gibt, die sich den Problemen stellt.

    Denn Menschen den es möglich sein wird ist, werden Auswandern in ein anderes Land, letztes Jahr waren es ja auch 160.000 und dieses Jahr vielleicht 200.000 die Tendenz ist steigend.

    Wieviele Parteien sind in der letzten Zeit gegründet worden? Und was hat es gebracht? Nichts, diese Parteien sind fragmentiert in jede Richtung, keiner ist sich einig bzw. kann mit dem anderen nicht.

    Meine einzige Hoffnung ist der 30 August, dann sind Wahlen in Köln, und wir werden sehen, wie groß der Wählerwillen in Köln ist, wollen die Menschen weiter unter diesen Umständen leben, oder nutzen die Menschen in Köln die Möglichkeit der Wahl, und zeigen dem Establishment was sie wollen.

    Sollte diese Wahl positiv für Pro Köln ausfallen, gehe ich da von aus, das dies in anderen Städten ebenso möglich ist, und dann eventuell, wird es eine Trendwende geben.

    Auch die BTW wird ein signifikanter Faktor sein, da wir uns in einer nie dagewesenen Krise befinden, ist es seitens der Politik nicht vermittelbar, das wir weiter Menschen in diesem Land aufnehmen, die uns nur Geld kosten, anstatt einen Nutzen für das Allgemeinwohl zu bringen.

    Aber, man hat ja bekanntlich schon Pferde vor der Apotheke kotzen gesehen.

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