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Neue Variante

Diese Argumentationsfigur kannte man bisher aus der Diskussion um den Grund für Flucht und Vertreibung gegen Ende des 2. Weltkrieges: “Wir Deutschen sind selbst schuld am Untergang Ostdeutschlands, denn wir haben den Krieg begonnen und haben damit zugleich alle seine Folgen – zumindest indirekt – verursacht.”

Und es geht weiter: “Darum dürfen wir uns nicht beklagen, sondern haben fortwährend an die Brust klopfend nostra culpa zu bekennen etc.” – Bemerkenswerter Weise impliziert dies eine ganz rechte Vorstellung von einem Generationen übergreifenden Volk, während man sonst nicht müde wird, von bloßer “Bevölkerung” zu sprechen, die keine gemeinsame Herkunft hat und nur durch das gemeinsame Leben unter dem Grundgesetz zusammengehalten werde, obwohl dieses für die Mehrheit andere Qualität hat als für Minderheiten.

Die oben angesprochene Argumentationsfigur hat die Parteivorsitzende der SED-Nachfolgerin “Linke” nun auf den am 13. August zum fünfzigsten Male wiederkehrenden Termin des Ost-Berliner Mauerbaues bezogen: Demnach war auch die Errichtung des antifaschistischen Schtzwalles eine Folge des 2. Weltkrieges und insbesondere des ruchlosen Überfalles auf die friedliebende Sowjetunion. – Da schließt sich die Frage an: Ob der von faschistischen Agenten gesteuerte 17. Juni 1953 nicht auch als Fortsetzung des Unternehmens Barbarossa aufgefaßt werden könnte?

 

1 Kommentar zu „Neue Variante“

  • eo:

    Tja, so sinse,
    die Linken, extrem rückwärtsgewandt.
    Müssen immer bis auf Adolf und Eva zurückgehen.
    Ansonsten hat natürlich stets die
    repressive, reaktionäre
    Gesellschaft
    schuld.

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