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Kölscher Klüngel vor Gericht

Von den demokratischen Kommunalpolitikern, die gegen die Bürgervereinigung Pro-Köln  die Demokratie so heldenhaft verteidigen, werden 14 sich vor Gericht erklären müssen – Vorteilsnahme und Untreue wird ihnen zur Last gelegt.

Es sei eine Seltenheit, dass eine solche Anklage öffentlich gemacht werde –  Fälle dieser Art würden i.d.R. lautlos gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, informiert uns dankenswerterweise  PR. Die Gummersbacher Richter sind aber nicht gewillt, diese “Affäre” mit dem üblichen Prozedere zu beerdigen. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel:

Sie sollen auf Einladung der Gasgesellschaft – zum Teil gemeinsam mit ihren Ehefrauen – an mindestens einer der Aufsichtsratsreisen nach Rom, Norwegen und zur Documenta Kunstausstellung Kassel teilgenommen haben. In Rom stand neben zahlreichen Ausflügen auch eine Schiffstour auf dem Programm. Die Ausflüge hätten vor allem dem Vergnügen gedient und mit dem Aufsichtsratsgeschäft nichts zu tun gehabt, ist sich die Anklage sicher. Im Rahmen des „Damen-Programms“ wurde auch eine Shopping-Tour unternommen. Dabei sollen die Teilnehmer auch dem Luxus-Juwelier Bulgari einen Besuch abgestattet haben.

Der Energieversorger Ruhrgas hatte ein eigenes Reisebüro eingerichtet, um die Reisen, die oft als Energieseminare getarnt wurden, zu organisieren. Häufige Ziele waren neben Rom auch Barcelona und Brügge. Die Kölner GEW reiste mit ihrem Aufsichtsrat nach Südfrankreich, wo sich die Politiker auf dem Landgut des Stierzüchters Gilbert Arnoud amüsierten und selbst versuchen durften, Jungstiere einzufangen. Die Delegationen waren stets in Nobelhotels untergebracht. Beliebt waren auch Norwegen-Reisen nach Olso und Stavanger, von wo es mit dem Hubschrauber zu den Bohrinseln Ekofisk und Troll A ging.

In Gänze hier. Ausgesprochen informativ – und es erklärt den schon lange benutzen Ausdruck “Kölscher Klüngel”   hervorragend.

4 Kommentare zu „Kölscher Klüngel vor Gericht“

  • BerlinerJung:

    Es gibt auch Richter mit Rückgrat, hurra. Der jetzige Skandal um Korruption, Vorteilsnahme im Amt u.ä. ist nicht neu. Die Kölner Parteien haben sich da schon öfters hervorgetan

    Köln wie es stinkt und kracht (von 2004 !)

    Müllskandal (von 2002!)

  • Die Gummersbacher Richter sind aber nicht gewillt, diese “Affäre” mit dem üblichen Prozedere zu beerdigen.

    Wie gnädig!

  • Fabian:

    Von einer Lustreise könne keine Rede sein, verteidigte sich der Politiker seinerzeit. „Schließlich war meine Frau dabei.“

    lol

    Hoffentlich nutzt der Skandal den Pro-Bewegungen.

  • MoMo:

    Aber dicke Backen machen und sich aufspielen. Was für ein korruptes Pack in  Köln. (Schüttel)

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