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Bund soll mehr Geld für Opfer der Nationalsozialisten geben

Im März ist eine neue Gesprächsrunde anberaumt: Die Bundesregierung und die Jewish Claims Conference [JCC], vertreten durch Eizenstat, beraten über die Ausweitung der Leistungen an NS-Opfer.

Genaue Forderungen liegen noch nicht auf dem Tisch, Kramer von ZDJ fordert die Bundesregierung auf, angesichts des hohen Alters der Holocaust-Überlebenden “alle offenen Fragen des Entschädigungsrechts ernsthaft zu prüfen und das Thema abschließend und zugunsten der immer weniger werdenden Opfer zu beantworten”.

  • Aufgestockt werden soll das Programm zur häuslichen Pflege [bislang 30 Mio. Euro jährlich]
  • Eine Ausweitung der Entschädigungen für „Doppelopfer“. Gemeint sind damit jene, die sowohl unter den Nationalsozialisten wie auch unter den Kommunisten gelitten haben.  [Deutschland leistet diesen Betroffenen derzeit eine Einmalzahlung von 2500 Euro]
  • Ein gänzlich neues Programm zur medizinischen Betreuung

Ausführlicher Artikel im Handelsblatt: Bund soll mehr Geld für Nazi-Opfer geben

Hintergrundwissen: Das Luxemburger Abkommen von 1952  regelte die Zahlungen zwischen der BRD  und Israel. Vertraglich vereinbart waren drei Mrd. D-Mark und an die Claims Conference 500 Mio. D-Mark.

Ebenfalls vereinbart war, dass “die individuelle Entschädigung für körperliche und psychische Schäden in der Globalzahlung an Israel enthalten sein müsse, soweit es die in Israel lebenden Hitleropfer betraf”. Tatsächlich aber zahlte Deutschland nach Angaben des Bundesfinanzministeriums bis Dezember 2007 65,114 Mrd. Euro an Wiedergutmachungsleistungen.

24 Kommentare zu „Bund soll mehr Geld für Opfer der Nationalsozialisten geben“

  • Sir Toby:

    Gehörte die JCC nicht auch zu den Madoff-Geschädigten? Aber glücklicherweise gibts ja eine Stelle auf der Welt, wo man auch die eigenen Finanzkrisenverluste jederzeit wieder ausgleichen kann!

  • AvK:

    Gibt es eine Gesamtaufstellung über die geleisteten Zahlen die einsehbar ist? Wenn ja, wäre ich für einen Link dankbar.

  • DK-Team:

    @Avk

    Ja. Unter dem Menuepunkt “Dokumente” (oben in der schwarzen Leiste) findest du ganz am Ende unter “Zusätzliche Dokumente” eine Übersicht, die die KAS-Stiftung erstellte.

    Sie ist  online verfügbar.

    Da wir kürzlich darauf aufmerksam gemacht wurden,   daß die “Übersicht über Anwerbung und  Anwerbungsstopp ausländischer Arbeitnehmer nach Deutschland” plötzlich vom Netz war (toter Link), haben wir jetzt von allen Dokumenten eine pdf-Datei gesichert.

    Marina vom DK-Team

  • DK-Team:

    @Sir Toby

    Echt? Hast du einen Link zu der Madoffgeschichte, das würde ich gerne mal lesen :-)

    Marina vom DK-Team

  • Sir Toby:

    # Marina

    Nein, leider keinen Link. Ich bin aber ziemlich sicher, dass ichs bei kewil gelesen habe als Madoff aufgeflogen ist. Doch ja, ich glaube da hab ichs gelesen. Das war eine ellenlange Liste mit jeder Menge Prominenz. Ich schau bei Gelegenheit noch mal die alten Einträge durch. Kann aber was dauern…

  • @Sir Toby

    Glaub ich dir unbesehen :-)

    Ich hab auch selber einen Spiegelbeitrag über den gigantischen Madoffbetrug gefunden, wo die einzelnen Geschädigten aufgezählt werden. Einfach mal lesen aber gut festhalten, da geht es um Summen, die für einen Normalverdiener unvorstellbar sind. Richtige Klopse.

    Wall-Street-Betrüger Madoff linkte auch Spielberg

  • upps waren wohl zu viele Links….
    hatte euch ein paar gelistet.
    MfG C

    Ich hab dich rausgefischt :-) Marina vom DK-Team

  • Sir Toby:

    # Marina

    Oh, oh … Schande über mich; ich muß die JCC um Entschuldigung bitten (allerdings nur in diesem Fall!). Anscheinend hab ich die mit der ‘Elie-Wiesel-Stiftung’ verwechselt. Es sind aber noch zwei oder drei weitere jüdische Kunden dabei… – hier der Link:

    http://fact-fiction.net/?p=1629#more-1629

  • Sir Toby:

    Er hat jedenfalls kräftig abgeräumt ….. der gute Bernie!

  • Gewinne privatisieren , Verluste sozialisieren!

    5 Mill Höchststrafe für diesen reumütigen Auserwählten, über die Einlage Versicherungen werden einige Verluste abgedeckt, bleibt genug hängen für seine “troubles”

    Hängen, na da hätte ich ein Gedanke….

  • @Sir Toby

    Nein hast du nicht. Unter Madoffs Victim (Canuck hat das verlinkt) steht die Jewish Community Foundation of Los Angeles aufgelistet.  Ein Schaden von 18,000,000 Dollar und die The Elie Wiesel Foundation for Humanity mit 15,200,000 Dollar (schluck)
     
    Die JCC ist ja ein Dachverband wo  unzählige jüdische Organisationen, Verbände etc. versammelt sind.

    Und Bernie hat in der Tat abgeräumt. Und wie ! Gibts dafür wenigstens eine ordentliche Gefängnisstrafe oder machen die das in den USA wie bei uns in Deutschland gang und gebe. Eine “Einigung auf finanzieller Basis”.

  • BerlinerJung:

    Schon wieder mehr Geld? Ich glaub ich spinne, das ist die endlose Geschichte in regelmäßiger Uraufführung. Mich kotzt das an.

  • Sir Toby:

    # DK-Team

    “Und Bernie hat in der Tat abgeräumt. Und wie ! Gibts dafür wenigstens eine ordentliche Gefängnisstrafe oder machen die das in den USA wie bei uns in Deutschland gang und gebe. Eine “Einigung auf finanzieller Basis”.”

    Gut, umso besser, wenn ich mich da nicht geirrt habe  –  aber ich bin natürlich kein Spezialist für jüdische Verbände und ihre Meta-Organisationen. Was die Gefängnisstrafe angeht, kann es ja wohl bis zu 20 Jahre Knast geben (+ saftiger Geldstrafe). Was mich aber die Beobachtung allein der deutschen Gegebenheiten lehrt, ist es in der Wirtschaft und der Politik ja (leider) so, dass Leute, die auf der Leiter eine bestimmte Stufe X überklettert haben, dann so ungefähr anstellen können was sie wollen; sie fallen nie mehr unter diese Stufe X. Stattdessen werden sie dann irgendwohin ‘querverschoben’ und finanziell gesichert ‘geparkt’ bis zum Ableben in Wohlstand. Und es sollte mich zumindest nicht wundern, wenn das selbst in einem Extremfall wie Madoff ähnlich ablaufen würde. Vielleicht kriegt er ein ‘hartes Urteil’ um die Gemüter zu beruhigen – und nach 3 Jahren oder so, wenn kein Hahn mehr danach kräht, wird er wegen ‘guter Führung’ oder sowas entlassen.

  • Aus dem Link von Anna Luehse
    Die Milliardenbetrügereien des New Yorker Wall-Street-Brokers Bernard Madoff haben viele Stiftungen getroffen. Unter den Opfern Madoffs finden sich auffallend viele wohltätige jüdische Organisationen in den USA.

    Und dann kommt eine riesige Latte von jüdischen Betroffenen, die Madoff über den Tisch gezogen hat. Da ist man geplättet. (Danke Anna )

    Marina vom DK-Team

  • Sir Toby:

    Ich hab grad noch mal durchgezählt… – also allein bei der Liste von kewil sind die ‘normalen’ jüdischen Geprellten schon mit insgesamt ca. 160 Mill. Dollar dabei. Und wenn dann dieser Ascot-Hedgefonds, der von einem J. Ezra Merkin gegründet wurde – was zumindest jüdisch klingt – mit seinen 1,8 Mrd. noch dazu kommt … na, da können wir uns auf ein paar saftige Nachforderungen freuen!

  • Blond:

    Was wollt ihr denn: war doch klar, dass, wo viel Geld im “Spiel” ist, auch viele jüdische Gruppierungen zu finden sind!
    Und ich find’s gut – ‘n paar Millionen – ach was – nich’ kleckern – klotzen: ‘n paar Milliarden “für’s Gewissen” sollten doch drin sein

  • AvK:

    Budapester Juden erhalten  Entschädigung

    Die Bundesregierung stellt 12,3 Mill. Euro für den sogenannten Budapest Fonds der Claims Conference zur Verfügung
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/budapester-juden-erhalten-spaete-entschaedigung;2056974

    Das war erst  im vorigen Oktober und jetzt zu Jahresbeginn gleich wieder die JCC mit weiteren Ansprüchen. 

    Da sind mir die  jüdischen Organisationen,  die bei Madoff ihr Geld verloren ,egal.  Mitleid ist da nicht angebracht,es hat keine Armen getroffen. Im Unterschied zu unzähligen Kleinanlegern, die Altersvorsorge oder letzte Ersparnisse verloren.

  • Blond:

    Wo doch D-länd hunderte Milliarden den völlig verarmten Groß-Bänkern und der Groß-Industrie zukommen läßt, die Jahre zuvor Milliarden-Verdienste eingesteckt und nicht etwa investiert haben – die armen Bedürftigen, die! *schluchz*

  • “”Das Geld ist nicht futsch, es steckt nur in  den Taschen anderer….”
    Hershel Rothshild.

  • […] 02/03/2009: Bund soll mehr Geld für Opfer der Nationalsozialisten geben […]

  • […] Conference [JCC] und dem Bundesfinanzministerium  statt. Es ging um die Erhöhung der Gelder  [ DK informierte vorab hier] und man einigte sich jetzt wie […]

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