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Die schmutzigen Tricks von GM

Jürgen Elsässer über die Hintergründe zum Opel-Deal, der keiner ist – eine Trickserei, die Merkel und Steinmeier lediglich über die Bundeswahl helfen soll,  bevor es an’s Abwracken geht. Eine Auswahl der Unverschämtheiten vom GM-Mutterkonzern:

Zum einen soll die neue Opel AG für eine längere Frist keine Autos nach Kanada und nur unter engen Bedingungen nach China verkaufen dürfen – das sind zwei extrem wichtige Massenmärkte.

Zum anderen verlangt GM weiterhin Lizenzgebühren für die Opel-Patente. Die fälligen Zahlungen werden sich laut Berechnungen des Handelsblatts auf fast 6,5 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren addieren. Dies ist vor dem Hintergrund, dass eigentlich GM der deutschen Tochter umgekehrt noch mehrere Milliarden Euro  an Patentgebühren schuldet, bereits für sich genommen ein unglaublicher Vorgang.

Die Frechheiten der US-Amerikaner bei den Vertragsverhandlungen Ende Mai waren beispiellos und wurden nur von der Dummheit und Gefügigkeit der deutschen Regierungsvertreter übertroffen, schreibt Elsässer.

 Kurzfristig verlangte GM eine Cashspritze in Höhe von 300 Millionen Euro, um die Liquidität von Opel zu gewährleisten. Zur Vorbereitung des Überraschungsangriffs hatte Detroit unmittelbar vor Verhandlungsbeginn den Geldhahn für die europäischen Töchter komplett zugedreht: Ab Anfang Juni hätten etwa in Bochum und Rüsselsheim noch nicht einmal mehr Strom und Wasser bezahlt werden können.

Besonders dreist: Die GM-Verhanlungsleute versuchten, hunderte Millionen Euro deutscher Steuergelder regelrecht zu stehlen:

Nach einer Recherche der Financial Times Deutschland entdeckten zu Guttenbergs Berater erst kurz vor Verhandlungsende einen versteckten Vertragspassus, der die 1,5 Milliarde Euro Überbrückungskredit von der Bundesregierung betraf. Demnach hätten 334 Millionen Euro aus diesem Posten direkt an GM überwiesen werden sollen, und zwar auf ein Konto auf den berüchtigten Cayman-Inseln, die mit deutschem und internationalem Recht nicht erreichbar sind. Erst nach Protest der deutschen Vertreter wurde der Absatz gestrichen, GM sprach von einem Versehen.

[1] Kompletter Artikel: Der große Bluff – Opel ist nicht gerettet. General Motors saugt weiter.
[2] GM wollte 334 Millionen Euro Steuergelder abzocken.
[3] Artikel in der JF über Elsässer, ein Linker, der sich mit seinem Plädoyer zum Nationalstaat ehemalige Freunde zu Feinden machte.

21 Kommentare zu „Die schmutzigen Tricks von GM“

  • Sir Toby:

    The winner takes it all!

  • Gibor:

    Bekanntlich wachsen die Bäume nicht in den Himmel – auch die der US-Amerikaner nicht! Ihre Arroganz, ihre Gier nach immer mehr Macht, ihre hemmungslose Profitjagd machen sie schon heute in der ganzen Welt verhaßt.
    Einmal, wenn auch vermutlich erst nach schweren Erschütterungen, wird ihr gegen Gott und Natur errichtetes, dem Mammon verschriebenes System der globalen Ausplünderung, genau wie das des menschenverachtenden Bolschewismus, sein verdientes Ende finden.
    Für die Freunde und Befürworter einer heilen Welt heißt es das Pulver trocken und sich in Form halten für den Tag der großen Abrechnung!

  • karl-friedrich:

    Danke Judith das Du dieses Thema nochmal aufgegriffen hast, mit welcher Dreistigkeit die Herren von GM hier vorgehen, schlägt dem Fass den Boden aus.

    Allerdings kann man auch sehen, wie Dumm unsere Politiker sind, ich bin mir sehr sicher, wir werden noch viel mehr vom Opel Deal zu hören bekommen, die Kuh ist noch nicht vom Eis.

    Ich glaube, das ganze wird noch platzen, bzw. die Opel Mitarbeiter sollen sich lieber nicht zu früh freuen, der Schuss geht nach hinten los.

  • frank:

    Heuschrecken-Kapitalismus in Reinform. Opel wird noch ausgequetscht und dann abgewrackt. Die investierten Steuergelder sind praktisch verloren.

  • Sir Toby:

    Ich war ja erst für die Opel-Rettung – nicht nur wegen der Arbeitsplätze (sind nicht soo übermäßig viele – bei Karstadt werden jetzt definitiv mehr au der Straße stehen), sondern vor allen Dingen, weil ich dachte die Substanz sei in Ordnung. Wobei ich unter Substanz hier sowohl die Maschinenausrüstung wie auch vor allem die eingespielten Entwicklungsmanschaften und deren Knowhow verstand. Und nicht zuletzt deshalb, weil Firmen, die heute dicke dastehen wie VW, Audi, BMW in der Vergangenheit allesamt schon ihre Krisenmomente gehabt haben, in denen sie letztlich durch Staatsintervention gerettet worden sind. Wenn da immer der reinen Lehre der Marktwirtschaft gefolgt worden wäre, dann gäbe es heute noch als einzige Hersteller Daimler und Porsche – und bei Porsche bin ich mir auch nicht sicher. Aber bei den Bedingungen, die jetzt so langsam ans Tageslicht kommen, wäre die Insolvenz doch vielleicht die bessere Lösung gewesen.

  • Ossel:

    Das kennen die Ostdeutschen doch schon zur genüge. Genauso hat man nach der Wende die ostdeutsche Industrie flächendeckend platt gemacht – versüsst mit EU- und Bundesfördermitteln. Nur hat das damals keinen interessiert. Im Gegenteil, damals hat der westdeutsche Überheblichkeitsnmob durch das Sprachrohr seiner Systemmedien was von “das ist freie Marktwirtschaft….das müsst ihr im Osten alle erst noch lernen….da darf man nicht rumjammern, sondern muss die Ärmel hochkrämpeln und flexibel sein….” gefaselt.

    Geschichte wiederholt sich eben doch.

  • Anna Luehse:

    Opel ist eine amerikanische Firma in den 1920er ordentlich verkauft.  Die Bundesregierung hat sich sehr schnell zu Verhandlungen gedrängt (Wahltaktik). Man hätte abwarten müssen, bis GM Insolvenz angemeldet hätte. Erst dann wären ordentliche Verhandlungen möglich gewesen – nämlich mit dem Insolvenzverwalter.
    Da aber die amerikanische Regierung eingeschaltet war, war auch klar, daß der deutsche Steuerzahler das Problem mehr oder weniger lösen sollte. Und so wird es am Ende auch kommen. Und ich befürchte, wir werden noch manch andere Überraschung erleben.

  • Sir Toby:

    # Ossel

    Sie klingen, als sprächen Sie aus (leidvoller) Erfahrung. Erzählen Sie doch mal … da gibt es bestimmt eine Menge zu lernen.

  • AvK:

    Ein Opel-Insider erklärte bereits im März, wie Opel systematisch von GM leergesaugt wurde. Da kann es nicht mehr ernsthaft überraschen, daß die GMler dieser Linie bis zum finalen Ende  treu geblieben sind. Daß der deutsche Steuerzahler als Melkkuh für die Schulden von Versagern aufkommen muss, hat sich wohl auch in Detroit herumgesprochen. Warum nicht  auch bei amerikanischen Unternehmen, werden sie die Amis gedacht haben.

  • Mich erschreckt weniger die Abgefeimtheit dieser US-Verhandler als vielmehr die Blödheit unserer Polit-Eliten. Hätten zu Guttenbergs Leute den kleingedruckten Passus nicht rechtzeitig entdeckt, wären über 300 Mio Euro deutscher Steuergelder, man möchte sagen, wieder einmal, weg.

    Man denke da nur an den Fall der KfW-Bank, die “irrtümlich” eine ähnlich hohe Summe an die Pleitebank Lehmann-Brothers überwies.  Und solche Politiker entscheiden über unser Schicksal – da kann’ s mich schon mal gruseln.

  • karl-friedrich:

    @ Judith

    Wenn wir ehrlich sind, hatten die doch Recht, die dachten sich was mit Lehman Brothers funktioniert hat (KFW überweist 300.000.000 Euro ohne Not), geht auch mit GM nochmal.

    Natürlich hast Du vollkommen Recht, das setzt die Blödheit der gegenüber vorraus.

  • @ karl-friedrich

    Nein, hatten “die” nicht – und das hat nichts mit Unehrlichkeit zu tun.

    Wenn man  “persönliche Gewinnmaximierung mit allen Tricks” für “rechtmäßig” erklärt, darf  man weder Asyl- noch HartzIV-Betrüger – ja überhaupt keine Betrügerei, egal wie dreckig – mehr verurteilen. 

    Das kann es ja wohl nicht sein. Vor allem, weil es dabei um Geld geht, das nicht einmal unseren Polit-Eliten gehört, sondern von uns allen hart erarbeitet wurde.

  • karl-friedrich:

    @ Judith

    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich sehe das genauso wie Du, aber ist das Handeln der Herren aus den USA nicht nachvollziehbar, wenn die Wissen mit wem sie es zu tun haben ;)

    Und ja, es geht mir auch gegen den Strich, wenn die unser Geld verpulvern, und es wird noch sehr teuer werden, wartet mal ab.

    Kleine Info am Rande:

    Gerade per email erhalten: Aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass Frau Merkel sich. mittlerweile persönlich mit Geschäftsführern von großen Unternehmen in Deutschland in Verbindung setzt, um zu erreichen, dass die Entlassungen erst nach der Bundestagswahl durchgeführt werden.

  • @ karl-friedrich

    Nein, ich verstehe dich schon richtig – und in Teilen [Blödheit der Polit-Eliten] gehen wir auch d’accord.

    Was deine Meldung betrifft [Entlassungen erst nach der Bundestagswahl ]  – eine solche Taktiererei überrascht mich nicht im Geringsten.

    Man schaue sich nur die Arbeitslosenstatistik an, die mit allen Rechentricks geschönt wird [u.a. die Auslagerung aller Arbeitslosen, die von privaten Vermittlungsagenturen betreut werden] – dieses System kennt viele Kniffs.

  • hutlos:

    “Wenn man  ”persönliche Gewinnmaximierung mit allen Tricks” für “rechtmäßig” erklärt, darf  man weder Asyl- noch HartzIV-Betrüger – ja überhaupt keine Betrügerei, egal wie dreckig – mehr verurteilen.”

    verhandlungen sind doch kein betrug.

    ansonsten gibt es bekanntlich in den usa den begriff des “stupid german money.” dieses kam aus der deutschen privatwirtschaft. es scheint also nicht nur die deutsche regierung etwas doof zu sein.

  • @ hutlos

    verhandlungen sind doch kein betrug.

    Lies mal richtig. Es ging um einen kleingedruckten Passus, den zu Guttenbergs Mitarbeiter Gott sei Dank noch rechtzeitig entdeckten.  Ein Versehen, erklärte die GM-Delegation und ruderte damit zurück.

    So etwas sind keine Verhandlungen, sondern der Versuch eines Betruges. Pech für die “stupid usa money” , dass Guttenbergs Leute es rechtzeitig entdeckten.

  • Sir Toby:

    Also wenn Frau Merkel mit frohen Botschaften über ‘Mehr Freizeit im Tausch gegen Arbeitsplätze’ noch bis nach den Wahlen warten wollte, dann hat einer der Opel-Käufer, nämlich MAGNA, ihr gerade die Show gestohlen – die verkünden die frohe Botschaft nämlich bereits jetzt:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3901142/Magna-will-bei-Opel-11-600-Stellen-streichen.html

  • Sir Toby:

    # hutlos

    “ansonsten gibt es bekanntlich in den usa den begriff des “stupid german money.” ”

    Mag sein, dass der Begriff bekannt ist; ich kannte ihn bisher nicht. Können Sie mir sagen, aus welchem Zusammenhang er stammt?

  • hutlos:

    “Mag sein, dass der Begriff bekannt ist; ich kannte ihn bisher nicht. Können Sie mir sagen, aus welchem Zusammenhang er stammt?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stupid_German_Money

  • hutlos:

    “Es ging um einen kleingedruckten Passus, den zu Guttenbergs Mitarbeiter Gott sei Dank noch rechtzeitig entdeckten.”

    kleingedrucktes gehört zum vertrag und der vertrag ist verhandlungssache. tricksen gehört auch dazu. wozu sollte man sonst juristen brauchen? auf dieser ebene ist moral unangebracht. da treffen zwei verhandlungsmaschinerien aufeinander, von denen keiner erwartet, daß der gegenüber die wiedergeburt von jesus ist.
    etwas anderes ist es wenn so eine maschinerie auf einen normalbürger trifft. deswegen wird dieser ja auch durch gesetze geschützt.

    ich verspüre auch kein bedürfnis nach heldenverehrung für guttenberg, nur weil seine mitarbeiter den vertrag gelesen haben, bevor er unterschrieben wurde.

    das – wie schon erwähnt – bemerkenswerte ist, daß sich die bundesregierung beinahe so einfach über den tisch ziehen läßt. man wird wohl davon ausgehen müssen, daß es nicht unvermögen, sondern gleichgültigkeit war. schließlich verschenkt diese regierung wie alle anderen vor ihr jährlich dutzende von MILLIARDEN ohne gegenwert an das ausland.

  • Pax Germanica:

    Jürgen Elsässer entstammt dem antideutschen Lager, er war nicht nur gegen diesen Staat sondern auch gegen dieses Volk. Beide bewarf er in der antideutschen Jungle World ausgiebig mit Dreck. Es ist bezeichnend, mit welchem Eifer Konservative und Rechte nun um die Aufmerksamkeit Elsässers buhlen und betteln und verrät einiges über ihre Schwäche.

    Wiggo Mann in Sezession/Juni2009

    Bei Elsässer wäre es wichtig und interessant, ihn nach seiner Auffassung zum deutschen Schuldkult zu befragen und herauszukitzeln, wie er denn mit jenen Deutschen, die er bisher ohne multikulturelle Abfederung kaum zu ertragen vermochte, nun die Nation in Stellung bringen möchte. Für den einen oder anderen Querfront-Träumer dürfte dies ein bitteres Erwachen geben.

    Vielleicht fragt jemand den alten Elsässer einmal. Die Antwort wäre interessant.

    Und damit niemand einen thematisch verfehlten Kommentar anmahnen kann: Sein Gegreine über die schwachen deutschen Verhandlungspartner (“Dummheit und Gefügigkeit der deutschen Regierungsvertreter”) ist abgeschmackt. Es waren Typen wie Elsässer, die mitverantwortlich für die Dummheit und Gefügigkeit, vulgo: Mittelmäßigkeit, des heutigen Politestablishment  sind. Als Karrenvieh für eine  globalistische Wirtschaft, die einen Nationalstaat nicht mehr brauchte, ja, der ihr hinderlich war, und Massenzuwanderung als probates Mittel der Lohnabsenkung erkannte, haben die  antideutschen Elsässers in ihrer Blindheit ihre Schuldigkeit getan. Nun sollen sie nicht heulen.

    Um den Tabubruch zu vervollkommen: Mir wäre der Typus eines Heydrich am Opel-Verhandlungstisch sehr viel lieber gewesen.

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