Inhaltsverzeichnis

Monsterwellen

Forist karl-friedrich setzte im Kommentarbereich  einen Link zu GEAB . Eins vorweg: Ich kann die Seriosität GEABS nicht beurteilen, es gibt ebenso überzeugte Anhänger wie Kritiker GEABS.

Lt. Eigenattribution ist GEAB [GlobalEuropa Antizipations-Bulletin] ein Informationsbrief, der seine Einschätzungen und Voraussagen auf Informationsbasis des europäischen LEAP/Europe trifft. LEAP/Europe nennt sich selbst einen Think-tank – ein ehrfurchtserheischender Titel  für etwas, was gar nicht ehrfurchtserheischend ist: Think-tanks [“Denkfabriken”] sind schlicht Beraterfirmen. Da die Zusammenfassungen kostenlos sind, stelle ich die neueste Voraussage [auf Kernpunkte reduziert] ein: Die Zusammenfassung von GEAB N°36 kündigt für diesen Sommer drei “Monsterwellen” an.

1. Massenarbeitslosigkeit; die Welle wird die Länder Amerikas, Europas, Asiens, des Mittleren Orients und Afrikas zu verschiedenen Zeitpunkten erreichen.

2. Insolvenzen mit Dominoeffekten; Unternehmen, Banken, Privathaushalte, Staaten, Regionen, Kreise, Städte und Gemeinden.

3. Die Agonie des Dollars, der US-Schatzbriefe, des britischen Pfunds und die Wiederkehr der Inflation.

USA und Großbritannien: Bankrott 2009

Diese drei Monsterwellen sind – nach Meinung LEABS –  ein Ausdruck der weiteren Verschlimmerung der Krise und führten schon ab dem Ende des Sommers 2009 zu weitreichenden Umbrüchen: Die beiden Pfeiler des gegenwärtigen globalen Systems – USA und Großbritannien – gingen bankrott.

Weil diese drei Wellen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt aufträten, könnten sie das System und die öffentliche Ordnung in den einzelnen Ländern zerstören. Das einzige, was angesichts dieser vielfältigen Gefahr sicher sei, sei die Tatsache, dass das internationale System noch nie so schwach und so wenig auf eine solche Situation vorbereitet war:

Die US-Führungsrolle in der Welt ist nur noch ein frommer Wunsch der Amerikaner und einiger ihrer Verbündeter, während die Hauptsorge der USA heute der Frage gilt, wie sie die Käufer ihrer Schatzbriefe bei Laune und bei Stange halten können.

Das internationale Währungssystem sei in Auflösung begriffen, wobei insbs. die Chinesen und Russen die Entwicklung zu beschleunigen und eine für sie selbst gute Ausgangsposition suchten. Die Auftragslage der Unternehmen brächen weiter ein und Massenentlassungen seien die Reaktion. Außerdem drohten weitere Staatsbankrotte.

Die Unternehmen sehen keine Anzeichen für einen Silberstreif am Horizont und entlassen ihre Mitarbeitern. Immer mehr Staaten stehen wegen der Schulden, die sie zur „Bankenrettung“ machen mussten, vor dem Bankrott und müssen darüber hinaus ab dem Sommer noch ein Riesenwelle an weiteren Insolvenzen schultern.

[1] Den ganzen Bericht kann man hier lesen

Das alles klingt wie das monetäre Gegenstück zu Dantes Inferno – aber Staaten, die gefährlich nahe am Staatsbankrott entlang hangeln und Massenentlassungen sind bereits ebenso Realität, wie die Debatten um das Währungssystem. Da GEAB einen Zeitrahmen vorgibt, kann jeder zur Silvesterfeier dann selbst überprüfen, inwieweit GEAB mit seiner Voraussage Recht hatte.

Zum Abschluss:  Wem die Voraussage innerer Unruhen unglaubwürdig und absurd erscheint, der sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die EU im Januar eine Beobachtungsstelle für innere Unruhen einrichtete.

[1] EU: Beobachtungsstelle für innere Unruhen.

15 Kommentare zu „Monsterwellen“

  • Volker:

    Genau diese 3 Wellen erwarte ich auch. Ich erwarte
    1) Eine Massenarbeitslosigkeit, sobald die Kurzarbeiter nicht mehr bezahlt werden können.
    2) Massenhafte Pleiten im Mittelstand, Einzelhandel, allen Luxusgüterherstellern, allen Reiseunternehmen, Automobilbranche und angeschlossene Industrien und Gewerbebetrieben, Pleiten von Restaurants und Kneipen.  Alle mir bekannten Leute haben bestätigt, daß in ihren Firmen derzeit Landunter ist, d.h. kaum noch neue Aufträge. Egal, wen ich gefragt habe.
    3) Probleme beim Verkauf von Staatsanleihen, dadurch extreme Einsparungen des Staates und Gelddrucken. Dies schon alleine durch die kommende Massenarbeitslosigkeit und den massiven Einbruch der Steuereinnahmen bei gleichbleibenden oder steigenden Ausgaben => Vertrauensverlust. Die Erfahrungen anderer europäischer Länder wie z.B. Lettland zeigen, daß diese Annahme wahrscheinlich ist.
    4) Inflation durch Gelddruckerei, dadurch Massenverarmung und Entwertung aller Papierwerte.

  • AvK:

    Das sind ja herrliche Aussichten. Treffen sie wirklich ein,  wird uns nach Silvesterfeier nicht zumute sein, treffen sie nicht ein, ist es uns sowieso egal.  Ein Glück, dass man Silvesterraketen erst kurz vor dem Ereignis kaufen kann.

  • karl-friedrich:

    Ich habe gerade noch einen guten Text gefunden:

    http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10837

    Interessant ist der dritte Absatz.

  • karl-friedrich:

    OT

    Ich lach mich schlapp, hier kann man sich austoben, auf der Seite kann man links aufrufen, die dann helfen dem Ahmadinjead’s seine Internetseite abzuschiessen:

    http://docs.google.com/View?id=df684zrd_02rxr77dc

    Übrigens, hier gibt es einen Livestream aus dem Iran, der noch geht:

    http://persianq.com/

    Dinger gibt es! LOL

  • Weiß jemand von euch – bzw. hat eine Quelle – wie lange es Twitter schon gibt? Ich meine zu erinnern ca. 1 Jahr [in Deutschland], aber ich bin mir nicht sicher. Falls jemand eine Quelle dazu hat, bitte einstellen.

  • karl-friedrich:

    @Judith

    Bezieht sich deine Frage nur auf den Start in Deutschland? Weil Twitter gibt es seit 2006.

  • karl-friedrich:

    Um beim Thema zu bleiben:

    Börse: „Es wird noch heftigeren Einbruch geben“
    Fondsmanager Martin Mack ist pessimistisch. Die Finanzkrise hatte er bereits im Herbst 2007 erkannt. Für 2009 seien die Institute ausreichend kapitalisiert, um Verluste abzudecken.

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/488747/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

  • Sir Toby:

    Wendet man hierauf das Analogiegesetz an, dann kann man sich nahezu 1:1 an der Beschreibung auf Wiki orientieren, was möglicherweise auf uns zukommt … und wie wir am besten manövrieren, um nicht unterzugehen…

    ” Monsterwellen überschreiten die „signifikante Wellenhöhe“, also den Mittelwert der höchsten Wellen in einem Seegang, um mindestens das Doppelte und haben eine vergleichsweise kurze Wellenlänge. Dies führt zu einem massiven Aufprall, der zu schweren Verwüstungen oder zum Untergang eines Schiffes führen kann. Zufällig an Steilküsten auftreffend, können sie auch Menschen und Tiere mitreißen.

    Entstehung einer Monsterwelle

    Drei Arten von Monsterwellen sind bisher bekannt:

    1. der Kaventsmann, eine große, relativ schnelle Welle, die nicht der Richtung des normalen Seegangs folgt;

    2. die Drei Schwestern, drei schnell aufeinander folgende große Wellen, in deren schmalen Tälern Schiffe nicht den nötigen Auftrieb entwickeln können und dann von der zweiten oder spätestens dritten Woge überrollt werden. Es ist unklar, ob dieses Phänomen immer aus exakt drei Wellen besteht, oder ob Varianten mit zwei, vier oder fünf Wellen vorkommen;

    3. die Weiße Wand, eine sehr steile Welle, von deren Kamm die Gischt herabsprüht.

    Um Monsterwellen erklären zu können, sind komplexe Modelle notwendig. So wendete Alfred Osborne, Professor der Physik an der Universität Turin, eine nichtlineare Spezialform der Schrödingergleichung aus der Quantenmechanik an, welche Hochseewellen beschreibt. Entsprechend dieser Gleichungen entsteht die Monsterwelle eher zufällig aufgrund von Welleninstabilitäten, in dem sie von ihren Nachbarwellen Energie absaugt und dadurch viel höher als die umgebenden Wellen werden kann. Seine frühen Arbeiten wurden von Ozeanografen nur wenig beachtet. Zwischenzeitlich verwarf Osborne diese Gleichung, bis 1995, drei Jahrzehnte später, auf der Ölbohrplattform Draupner-E in der Nordsee eine Welle verzeichnet wurde, die Osbornes Vorhersagen entsprach. Die Nichtlinearität von Wasserwellen ist seitdem anerkannt und wird seit etwa 2001 von Schiffbauern berücksichtigt.

    BESONDERE GEFAHREN DURCH RIESENWELLEN

    Bei den sogenannten Monsterwellen ist nicht nur die Größe dieser Wellenart ein Problem, sondern insbesondere deren Charakteristik. Sie verfügen über eine sehr steile Flanke und eine relativ hohe Geschwindigkeit. Aufgrund der Eigenträgheit eines Schiffes kann dieses eine solche Welle nicht einfach überfahren, sondern wird von ihr regelrecht überrollt (Brecherwelle). Hierbei besteht das Problem, dass die kinetische Energie der Wassermassen erheblich höher ist als bei normalem Seegang oder Sturmwellen. Während die meisten Schiffe auf einen Wasserdruck von maximal 15 t/m² ausgelegt sind, kann bei einem direkten Treffer durch eine solche Welle ein Druck von weit über 100 t/m² entstehen. Selbst bei einem Frontaltreffer taucht das Schiff tief in die Welle ein; der Wasserschlag trifft in der Regel, bedingt durch die Höhe der Welle, die Aufbauten, welche nicht für einen solch hohen Berstdruck bzw. Anprall-Impuls ausgelegt sind.

    Ein weiteres Problem ist die kurze Wellenlänge, und daraus die großen, in schneller Folge vorauseilenden und nachfolgenden Wellentäler. Das Schiff wird erfasst und am Bug (bei Frontaltreffern) sehr schnell angehoben. Es durchbricht die Welle, um wieder in ein steiles Tal zu geraten, während der Mittelteil und das Heck zu diesem Zeitpunkt noch unter voller Belastung der Welle stehen. Das kann zu einem Zerbrechen des Schiffes führen, da Schiffe nicht auf Punktbelastbarkeit ausgelegt sind: Das Schiff kann an seinem „freiliegenden“, nicht durch Auftrieb gestützten Eigengewicht infolge Durchbiegung zerbrechen.

    Wird das Schiff seitlich getroffen, ist ein KENTERN fast unvermeidbar.

    GEGENMANÖVER

    Bis vor kurzem galt es als sinnvollste Gegenmaßnahme, die Welle mit voller Maschinenkraft möglichst frontal anzugehen, da dieser Bereich des Schiffes für die höchsten Belastungen ausgelegt ist und damit die Welle förmlich zerschneidet. Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dies nicht das Optimum darstellt, sondern die Welle − sofern sie früh genug erkannt wird und ein Manöver überhaupt noch möglich ist − analog zur Technik des Überfahrens einer Düne mit einem Geländewagen leicht schräg anzuschneiden sei. Zwar entsteht hierdurch eine extreme Druckbelastung des Vorderbugs durch die Wassermassen, die Gefahr des Durchbrechens des Schiffes ist jedoch deutlich geringer, und bei nicht zu großem Winkel ist auch die Wahrscheinlichkeit des Kenterns nicht sehr hoch.”

    Da Forist Volker ja in seinem Kommentar bereits von ‘3 Wellen’ gesprochen hat, die er erwarte, scheint die Variante der ‘Drei Schwestern’ wohl das Wahrscheinlichste zu sein, was uns ins Haus steht.

  • Anna Luehse:

    Im Gelben Forum wird zum Thema “Wellen” ebenfalls diskutiert.
     
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=107831

  • Anna Luehse:

    # karl-friedrich zum Iran
    In der Tat: Sachen gibt es :-))
     
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=103638

  • @ karl-friedrich

    Ja, die Frage bezog sich auf Deutschland – seit wann es hier angeboten bzw. bekannt wurde.

  • karl-friedrich:

    @ Judith

    Ja Mensch, wenn ich das mal wüßte. LOL ;)

  • vakna:

    Im März 2007 wurde jedenfalls noch bejammert, daß deutsche Twitter-User ihre Nachrichten an eine  britische Mobilfunknummer schicken müssen.
    Es wird dann wohl irgendwann 2007 gewesen sein.

  • frank:

    Ein Schock kann heilsam sein oder zum Tod führen. Lassen wir uns überraschen, was davon eintritt.

  • Volker:

    Nur der Tod dieses Systems wird zur Heilung fuehren. Die herrschenden Eliten muessen radikal verschwinden, denn sie sind fuer dieses Desaster verantwortlich. Wenn diese Clique nicht an ihrer selbstproduzierten Katastrophe zu Grunde geht, werden wir, das Volk, voellig verarmen. Weitere Katastrophen sind dann nicht nur wahrscheinlich, sondern unausweichlich. Dieses System ist nicht reformierbar. Es muss durch die Wut des Volkes vernichtet werden. Genau wie in der ehemaligen DDR. Danach muss eine souveraene, deutsche Demokratie oder eine Republik wiederhergestellt werden, eine Verfassung auf Basis unseres Grundgesetz installiert werden.

Kommentieren