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Iran, Teil II

Vorweg – ich bin keine Anhängerin Ahmadinedjads, doch es kann nicht darum gehen, was mir, was uns, lieber wäre. Die Kernfrage ist: Was läuft im Iran ab? Ist das der Aufstand eines Volkes, das sich von einem ungeliebten, repressiven System befreien will oder ein gesteuerter Umsturzversuch des “Westens” gegenüber einem Regime, das den eigenen macht-und geostrategischen Interessen im Weg steht. Oder beides?

Zweites Vorweg: Ich weiß nicht, was im Iran wirklich vor sich geht [das tut m.E. keiner in der Bloggosphäre] – aber natürlich habe ich eine persönliche Einschätzung. 

Ich denke, im Iran wurde – von längerer Hand geplant – ein “Regime Change” [Euphemismus für einen Sturz der amtierenden Machthaber,  um ein genehmeres Regime an die Macht zu putschen] initiiert. Höhepunkt und letzter “Impuls” sind die Wahlen. M.E. wurde dieser Umsturz noch unter der Administration Bush geplant, finanziert und in die Wege geleitet,  so dass Obama nun mit einer Situation konfrontiert ist, die er selbst evt. nicht befürwortet hätte – aber nun “managen” muss.

Gleichzeitig hat sich in der Religionsdiktatur Iran – gerade unter den jungen Menschen –  über lange Zeit eine Ablehnung gegen das repressive System entwickelt, die für die Zwecke eines “Regime Change” aktiviert und in entsprechende Bahnen gelenkt wird. Unterschiedliche Macht-Haber im Iran und anderen Ländern unterstützen einen der zwei Blöcke – je unter der eigenen Prämisse von Machterhalt/Machterringung.

Ich hoffe, die jungen Iraner werden nicht die großen Verlierer sein.

Thomas Schmid – Chefredakteur der Weltgruppe – kommt auf seinem Blog zu einer ganz anderen Einschätzung – er glaubt, im Iran brennt das Feuer der Freiheit.  Der  Autor des Zeit-Artikel wiederum glaubt an einen Machtkampf zwischen Irans alten Revolutionären.

Jürgen Elsässer [ehemals Antideutscher, jetzt nationaler Sozialist] glaubt fest an einen Umsturzversuch und veröffentlicht einen Artikelausschnitt  aus der gedruckten FAZ, der seine Einschätzung stützt. Und das Blog Schall und Rauch, das ebenfalls von einem geplanten Umsturz überzeugt ist, präsentiert eine Bildermanipulation.

[1] Bild eins zeigt eine Pro-Ahmadinedjad Demonstration – Ahmadinedjad ist auf dem Bild klar erkennbar.
[2] Bild zwei zeigt die gleiche begeisterte  Menschenmenge, ist aber untertitelt mit “Anhänger von Mir Hossein Moussavi trotzen dem Demonstrationsverbot”. Ahmadinejad ist in dem Bildausschnitt nicht zu sehen [Mussawi auch nicht].

Teil I meiner Überlegungen über das, was im Iran passiert.

29 Kommentare zu „Iran, Teil II“

  • karl-friedrich:

    Also, ich habe vorhin ein wenig den Weltspiegel in der ARD angeschaut, nach meiner Auffassung geht es um einen Change im Iran, die Menschen möchten frei sein, ich weiß auch nicht was ich von der Sache denken soll.

    Hier noch mal der Link zum Videostream aus dem Iran:

    http://persianq.com/

  • Anna Luehse:

    …es kann nicht darum gehen, was mir, was uns, lieber wäre…

    So sehe ich das auch. Natürlich sind wir von den Ereignissen nicht unberührt (Demos von Exiliranern). Deshalb versuche ich auch möglichst viele Informationen zu bekommen, damit ich mir ein besseres Bild der Vorgänge machen kann.
    Scholl-Latour hat schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht, daß der religiöse Fanatismus immer mehr von gemäßigten religiösen Kräften abgelöst worden ist. Er hat deshalb die strikt ablehnende Haltung der USA politisch für unklug gehalten.
    Einige Beiträge findet man auch bei http://www.muslim-markt.de/  und http://www.tlaxcala.es/entree.asp?lg=de
     
    Empörend und völlig unangemessen finde ich unsere Kanzlerin, die Nachzählung der Wahl fordert. Diese Frau hat m. E. wirklich jeden Bezug zur Realität verloren.
     

  • Verzeihung, aber ich habe Bauchschmerzen bei einer solchen Argumentation. Dieses “vorn außen gesteuert” ist ein Totschlagargument aller Diktatoren; in Deutschland wurde es von den Kommunisten nach dem 17.Juni 1953 bis zum Erbrechen wiedergekäut.

    Ein zufriedenes Volk kann man nicht in einen Aufstand hetzen, und selbst ein unzufriedenes tut sich eher schwer damit; es muss schon weit kommen, damit Hundertausende sich in Bewegung setzen, wohl wissend, dass auf der Gegenseite ein schwerbewaffneter Machtapparat unter der Kontrolle skrupelloser Fanatiker steht.

    (Sollte freilich jemand hier das Patentrezept wissen, wie man ein zufriedenes oder nur ein bisschen unzufriedenes Volk von innen, von außen oder von sonstwo zum Aufstand bewegt, dann bitte heraus mit der Sprache: Wir zerbrechen uns doch selber alle den Kopf darüber, wie man das Volk zum Aufstand kriegt!)

    Der Wille zur Veränderung speist sich nach meiner Einschätzung aus der Unfähigkeit des Regimes, der von ihm selbst herangezüchteten akademischen Jugend eine Perspektive zu geben. Ich kenne einen Arzt aus Ahvaz, der mit Mitte dreißig nicht an Familiengründung denken kann, weil es keine Karrieremöglichkeiten gibt (und dabei arbeitet der in seinem Beruf, was auch keine Selbstverständlichkeit ist).

    Die Korruption der herrschenden Mullahkratie, verbunden mit der internationalen Isolierung ist m.E. dafür verantwortlich, dass die Wirtschaft einfach nicht schnell genug wächst. Das Regime wird auch, aber nicht nur wegen der Repression gehasst, die weit ins Privatleben reicht, sondern es ist ein Gesamtkomplex von Unfreiheit, Korruption, Brutalität und Inkompetenz, der das Volk auf die Barrikaden treibt.

    Diese Unzufriedenheit hat sich schon in den Wahlen von 1997 und 2001 Bahn begrochen, als beide Male Khatami gewählt wurde, also der refomfreudigste von allen Politikern, die überhaupt zur Wahl standen. 2005 waren die Leute müde und resigniert, weil Khatami acht Jahre lang ausgebremst worden war. Es ist sehr fraglich, ob Ahmadinedjad sonst die Wahlen gewonnen hätte.

    Dass das Volk jetzt versucht hat, Mussawi an die Macht zu bringen, scheint mir weitaus plausibler als die Behauptung, es habe A. wiedergewählt, obwohl der kein einziges seiner Versprechen gehalten hat (und die Manipulationen habe es nicht gegeben). Der Fehler des Regimes war, dem Volk das einzige Ventil für seine Unzufriedenheit zu nehmen.

  • @ Anna Luehse

    Na ja, Muslimmarkt  halte ich in dem Fall für eine ähnlich “unbefangene” Quelle , wie Indymedia, wenn es um “Nazis” geht. Ich würde auch nicht Michel Friedmans Einschätzung als ernsthafte Quelle in Betracht ziehen.

    Scholl-Latour dagegen traue ich eine der Wahrheit verpflichtete Einschätzung eher zu.

  • Wahr-Sager:

    Die blöde Merkel soll ihren doofen Mund halten. Wenn in Nordkorea, im Irak, in Äthiopien und anderswo Christen verfolgt und abgeschlachtet werden, sagt sie auch nichts. Aber jetzt, wo die Wahl im Iran Thema Nummer Eins in den Medien ist, bevor irgendwann wieder ein Anstieg des Rechtsextremismus verzeichnet wird, muss die Kanzlerin sich wieder mal zu Wort melden – ähnlich wie beim groß publizierten Holocau$t-Skandal mit dem HC-“Leugner” Williamson.

    Peter Scholl-Latour halte ich für einen sehr klugen und aufrichtigen Mann. Der war auch letztens bei dieser Preisverleihung dabei, die die “Junge Freiheit” regelmäßig zelebriert.

  • @ Manfred

    Nun hör aber auf . Dass die USA, ebenso wie die Sowjetunion immer wieder Aktionen startete [mal mehr mal weniger erfolgreich] mittels verdeckter Operationen politisch Einfluss zu nehmen, ist ja nun kein Geheimnis. Das als “Totschlaginstrument von Diktaturen” abzutun, ist unseriös.

    Und selbstverständlich kannst du jedes Volk [bzw. Teile davon] zu einem “Aufstand” verleiten, weil in keinem Land jeder einzelne Bürger rundum zufrieden ist. Dass das im Iran einfacher geht, als in der Schweiz oder der BRD – logisch. Aber machbar ist das prinzipiell, wenn nur genug Entschlossenheit, Geld und Ressourcen zur Verfügung stehen.

    Gegen Bauchschmerzen hilft eine Wärmeflasche.

  • virOblationis:

    @ Judith
    Schon der mir der “Sizilianischen Vesper” 1282 begonnene Aufstand gegen die französische Herrschaft im Süden Italiens soll durch byzantinisches Gold auf den Weg gebracht worden sein. – Was Manfred generell dagegen anführt, so verstehe ich ihn zumindest, weist darauf hin, daß die Menschen eine hohe Hemmschwelle überwinden müssen, bevor sie sich dem Risiko aussetzen, in einem Aufstand alles – möglicherweise auch ihr Leben – zu verlieren. Dies bedeutet in der Konsequenz etwa: Man kann mit Geld sicherlich bestimmte Leute in einflußreiche Positionen bringen, doch die schiere Masse ist wohl auf diesem Wege nicht zu mobilisieren.
     

  • Die Frage ist aber, ob diese verdeckten Operationen wirklich entscheidend zum Entstehen solcher Bewegungen beitragen, oder ob wir es hier nicht mit der üblichen Selbstüberschätzung von Geheimdiensten zu tun haben, die es auf ihrem konto gutschreiben, wenn die Dinge in ihrem Sinne laufen, aber aus allen Wolken fallen, wenn das nicht der Fall ist – wie zum Beispiel im Iran 1978, als die CIA den Schah sicher im Sattel sah. Und was unseriöser ist, nämlich das Totschlagargument selbst oder: es so zu nennen – das lasse ich mal dahingestellt.

  • @virOblationis

    Doch – auch eine große Masse wird folgen, wenn die entsprechenden Leute in die einflußreichen Positionen gebracht wurden [oder schon sind].

    In der heutigen Zeit mit seiner größeren Möglichkeit der Einflussnahme mehr noch als 1282.

  • @ Manfred

    Die Frage ist aber, ob diese verdeckten Operationen wirklich entscheidend zum Entstehen solcher Bewegungen beitragen

    Selbstverständlich tun sie das – sie lenken die Unzufriedenheit in die entsprechende Bahn [Handlung]. Je ungeliebter das Regime bei Teilen der Bevölkerung – umso leichter. Je wohlhabender und gebildeter der unzufriedene Teil der Bevölkerung ist – umso erfolgreicher. Ich bitte dich.

    Ein Volk implementiert weder einen Diktator noch stürzt es einen – dazu ist das Volk viel zu machtlos. Erst wenn entsprechende Macht-Haber den Boden bereiten, wird dann das Volk – als letzte Etappe eines lange Weges – auf die Straße gebracht.

  • Selbstverständlich tun sie das

    Na fein, dann sollten wir umgehend unsere eigenen verdeckten Operationen starten, um das Volk dazu zu kriegen, sich gegen die Islamisierung, gegen Lissabon etc. per Aufstand zu wehren. Von innen sollte das ja noch viel leichter sein als von außen.

  • @ Manfred

    Wäre es auch, wenn die entsprechenden Macht-Haber an den Schalthebeln sitzen würden. Tun sie aber nicht – weder auf EU-Ebene noch auf nationaler Ebene.

    Aber wenn daran Interessierte es schaffen, dementsprechende Leute in die richtigen Positionen zu bringen – dann wirst du sehen, wie einfach das auf einmal geht.

  • karl-friedrich:

    Im Endeffekt wissen wir alle nichts, ob nun manipuliert (von Ahmadinedschad, USA, GB oder Sowjetunion) wurde oder nicht, selbst dieser Oppositionsführer Mussawi ist ja nicht unbedingt ein Waisenkind, ob dann alles besser wird mit dem, steht ja auch wohl in den Sternen.

    Ich denke aber, das die Menschen einen wirklichen Change wollen, eventuell werden sie am Ende bitter enttäuscht, den, ob dieser Mussawi für einen wirklichen Change steht, wird man sehen, ich glaube allerdings nicht.

    Die Frau Dr. Merkel sollte lieber den Kopf zu lassen, da kommt nichts produktives raus, ich weiß auch gar nicht, wieso sie sich immer melden muß bei jeder Gelegenheit, das geht sie doch nichts an, wie und was dort gewählt wurde.

    Was Peter Scholl-Latour betrifft, ich höre ihm gerne zu, aber leider, hat er auch einen leichten Hang zur Schwätzerei.

  • Anna Luehse:

    # Judith
    Muslim-Mark ist sicher weder “unbefangen” noch objektiv  in der Sicht der Dinge zumal wenn es um moslemische Länder geht. Dennoch habe ich mit Interesse die Meinung zur Wahl im Iran gelesen. Vor allem die Bewertung der Machtkämpfe innerhalb des Systems scheinen mir nicht unbedingt völlig daneben zu liegen.
     
    Ich teile Deine Einschätzung was die Verführbarkeit von Menschen anbelangt. Für mich sind auch die Informationen noch nicht ausreichend um zu beurteilen, ob es sich wirklich um “Massen” handelt. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 65 Millionen was ist da 1 Million?
     
    Erinnern wir uns: in Frankreich gingen auch schon 1 Million Menschen auf die Straße, um ein neues Schulgesetz zu kippen und der Staat/die Regierung  blieb bestehen.

  • @ Wahr-Sager, karl-friedrich

    Merkel ist eine Opportunistin, die sich immer dann zu Wort meldet, wenn es ungefährlich ist. Außerdem sind wir in einem Superwahljahr.

  • @ Anna Luehse

    Das stimmt wohl [Frankreich/Iran/1 Millionen]. Allerdings sind 1 Millionen Menschen in einer Diktatur – die befürchten müssen, dass sie getötet werden, wie VirOblationis richtig anmerkte- m.E. bedeutend höher anzusiedeln, als 1 Millionen in einem Land, wo das schlimmste, was dir passieren kann, das ist, dass die Polizei mit dem Wasserschlauch auf dich hält.

  • Anna Luehse:

    Tut mir leid, jetzt ist es doppelt. Bitte Judith einmal löschen.

  • @ Anna Luehse

    Mach ich. Das neue Theme schiebt noch etwas häufiger in die Spam – ich habe dich und VirOblationis herausgefischt. Postet mal öfter, damit Akismet euch leichter erkennt.

  • Sir Toby:

    Zu den Möglichkeiten der CIA und/oder anderer Geheimdienste in Iran möchte ich anmerken: Die CIA hat bestimmt 10 Jahre lang versucht Saddam Hussein von dieser Welt in eine andere Welt zu befördern – sie haben dabei keinen Stich gemacht. Natürlich hat man in einer solchen Situation nicht die Quellen parat, die man gerne parat hätte oder haben müßte, um solche Aussagen zu belegen. Aber immerhin: Saddam Hussein ist nicht durch Geheimdienste von der Macht vertrieben worden – ich denke, darauf können wir uns einigen. Nun erinnere ich im Zusammenhang mit den verschiedenen Versuchen der CIA ihn von der Macht zu entfernen (d.h. in diesem Fall: Umbringen zu lassen), daß in einem Film (ich schätze mal in einem der 3. Programme der ARD) darüber so ein Satz fiel, der mir typischerweise haften geblieben ist. Und zwar hat dann irgend so ein Leitwolf von einem Hussein-Geheimdienste (er hatte ja wohl 6 oder 7, die sich alle gegenseitig überwachten; die USA haben aber glaube ich sogar zwei Dutzend – kein Scherz -, von denen man aber nur die bekannten Namen wie CIA, NSA etc. kennt) nach einem wieder einmal mißglückten Versuch persönlich in Langley angerufen und den Superagenten empfohlen: Eure Leute sind tot – lasst es einfach bleiben.

    Der zweite Puzzlestein ist für mich ein weiterer Filmbericht, den ich zwar erinnere, aber leider weiß ich auch nicht mehr den Titel oder wo ich ihn jetzt gesehen habe. Jedenfalls ging es um die Möglichkeiten Israels durch Kommandounternehmen (Upps, jetzt fällt mir ein, dass es vielleicht diese letzte Scholl-Latour-Serie im … ZDF? … gewesen sein könnte. War glaub ich so ein Dreiteiler. Hab das noch auf Video aufgenommen, aber heuer ist mein Recorder hinüber, weshalb ich das nicht nachprüfen kann) von Norden und/oder Osten her den Iran infiltrieren und gegen die Atomanlagen entweder vorgehen oder sie zumindest aufklären zu können. Und dabei wurde erwäht, dass ihre personellen Kapazitäten dafür äußerst schwach seien (was natürlich auch eine bewußt gestreute Botschaft sein könnte, aber aus der Logik des Beitrags, so wie ich ihn erinnere, schien die Darstellung und was als Begründung angegeben wurde ziemlich glaubhaft)

    Nimmt man diese beiden Bausteine zusammen, und unterstellt zudem, dass die Geheimdienste des Iran – einfach aus der ganzen nahöstlichen Tradition von Umsturz- und Meuchelmordversuchen heraus – keinesfalls weniger leistungsfähig als US-Geheimdienste sind (zumindest was das eigene Revier betrifft), so scheint es mir relativ unwahrscheinlich, dass das Geschehen im Iran im Wesentlichen auf die Tätigkeit von US-Geheimdiensten (in Zusammenarbeit mit Briten – zur Erinnerung: das sind die Leute, bei denen wichtigste Regierungsakten (auch Geheimdienstmaterial) öfters mal auf Müllkippen oder auch einfach auf Parkbänken oder sonstwo gefunden wird, wo es eigentlich nicht zu finden sein sollte – und Israelis – zuückzuführen sein sollte.

    Was wäre dann also die wahrscheinlichste Annahme? Ich meine: Ein Machtkampf innerhalb des Regimes als zentraler Faktor. Eine tiefsitzende und weitverbreitete Unzufriedenheit unter der zwischenzeitlich herangewachsenen Bevölkerung, die längst nicht mehr mit der Bevölkerung des Jahres 1978 (Manfred als … Soziologe ? …. wird das vielleicht besser wissen) zu vergleichen ist, als zweitwichtigster Faktor. Einflußnahme über Einflußagenten ausländischer Geheimdienste als fünftwichtigster Faktor – die dritt- und viertwichtigsten Faktoren sind mir nicht bekannt … ich wollte nur den Einfluß ausländischer Einflußagenten, so, wie er mir zu sein scheint, angemessen positionieren.

    Wie der Konflikt ausgehen wird? Warten wir es ab … – fest steht: Irgendwie … wird er ausgehen. Was ja auch wieder ein klein wenig eine tröstliche Komponente hat.

  • Sir Toby:

    Gerade bei WELT-Online gesehen:

    Zukunftsvision: Was, wenn im Iran die Demokratie siegt?

    Ja, das wäre wohl ungefähr so …. wie wenn bei uns die NPD Konkurs anmelden müßte! Das absolute worst-case-scenario … wo nimmt man dann noch die Bösewichte her. Okay, ich korrigiere mich: Es gibt ja noch Nord-Korea …. und Somalia – oder das, was mal Somalia war – ist glaub ich auch wieder im Kommen. Und wo liegt nochmal dieses … Darfur??? Na ja, Nachschub ist noch vorhanden.

  • @ Sir Toby

    M.E. geht die NPD [zeitlich] schneller Konkurs, als die Demokratie im Iran siegen kann.
    Und das somalische Regime hat gerade den Westen um Hilfe im Kampf gegen die Islamisten gebeten.

    Noch eine neue Information zum Iran: Ich habe gerade gelesen, dass Karim Sadjadpour  „echte Risse“ in der Führung der Pasdaran sieht –  ihr langjähriger Kommandeur Mohsen Rezai habe das Wahlergebnis nicht anerkannt.

  • Sir Toby:

    # Judith

    Hier vielleicht noch ein Hinweis auf einen Blog, den ich ‘zufällig’ mal irgendwann in meinen Favoriten gespeichert hatte und der dann dort schon sanft verweste, bis er durch die Situation plötzlich vielleicht wieder ganz interessant sein könnte…

    Iran Baham Blog

    Kannst ja mal reinschauen – gibt vielleicht was her. Ich bin schon wieder bettschwer … das Helium (siehe mein Hinweis im Kommentarbereich des Christenhasser-Beitrags) von gestern tut nach wie vor seine Wirkung. Guts Nächtle…

  • @ Sir Toby

    Ich vertief mich gleich mal in das Blog. Gutes Nächtle du Heliumnascher ;-)

  • Sir Toby:

    # Judith

    Sorry, das war irgendwie der Titel, aber nicht die Webadress, die jetzt hoffentlich hier kommt…

    http://iranbato.wordpress.com/

  • karl-friedrich:

    @ Sir Toby

    Das wird aber schon langsam zur Gewohnheit bei Ihnen, jeden Tag Helium schniefen, ob das so gut ist. LOL :)

    Augen auf im Straßenverkehr 8-)

  • ThePassenger:

    Ich möchte ein Kommentar aus der Welt zitieren, morgen wird er sicher nicht mehr da sein:

    22.06.2009, 01:09 Uhr
    The Persian sagt:
    Die Mullahs waren damals 1979 von den US, Briten und Franzosen installiert worden, weil es im Iran eine riesige kommunistische Partei namens Tudeh gab. Sie hatte mehr als 2 Millionen Anhänger und viele Sympathisanten. Diese drohten den Schah zu stürzen und wollten die Macht übernehmen. Ohne das Eingreifen der Mullahs hätte die Tudeh Partei die Macht übernommen, denn sie hat ja auch den Schah gestürzt, indem sie die Hauptarbeit verrichtet hat, während sich die Mullahs in deren Windschatten zu nächst aufhielten.
    Wenn die Tudeh die Macht gekriegt hätten, hätte die Sowjetunion ein extrem wertvollen Bruderstaat bekommen, der ihn den Zugang zum warmen Gewässer ermöglicht hätte, was sie ja nicht hatten. Später haben sie es über Afghanistan versucht, was ebenfalls gescheitert ist.
    Nach dem Sturz des Schahs sind die Mullahs mit extremer Brutalität und ungeahnter Effektivität gegen die Kommunisten vorgegangen und haben deren Führungsriege hingerichtet und die Basis aufgelöst. Zu den Russen haben die Mullahs keine Freundschaft aufgebaut.
    Die Mullahs hatten auch einen Deal mit den Republikanern, Reagen bei der Erlangung der Präsidentschaft zu helfen, indem sie die Geiseln bis nach dem Wahlkampf behielten.
    Die total verblendete Linke in Deutschland aber verteidigt die Mullahs, obwohl sie ihre sozialistischen Brüder im Iran damals vernichtet haebn – Treppenwitz …
    Die Mullahs haben ihre Schuldigkeit getan, wird langsam Zeit abzudanken. Darin sind sich die meisten Iraner einig.

    Inwieweit die Linke in Deutschland die Mullahs stützen soll kann ich nicht nachvollziehen, auch hat Afghanistan keinen Zugang zu “warmen Gewässern”.

    Ich habe ein wenig nach dieser Partei gesucht, ihre Geschichte reicht wohl bis in das Jahr 1941 zurück. Zahlen kann ich so nicht verifizieren.

    Trotzdem ist der Kommentar eine Überlegung wert, vorallen in Hinblick darauf welche Kräfte im Iran wirken. Im Gegensatz zu dem Kommentator sehe ich die Linken international nicht auf der Unterstützerseite der Mullahs, eher das Gegenteil ist der Fall.

    Dieser Hintergrund würde einge Klarheit bringen, obgleich er mit nichts belegt ist, aber was ist an der Situation im Iran derzeit überhaupt belegbar?

  • Wahr-Sager:

    OT:
    Squat Tempelhof – Friedlicher Demonstrant von Polizei geschlagen
    Wirklich? Schaut selbst (ab 00:30). Ziemlich amüsant übrigens. :)

  • Sir Toby:

    # Judith

    Noch ein recht informativer Link zur Situation in Iran…

    http://www.eussner.net/artikel_2009-06-21_22-46-54.html

  • […] [1] Siehe auch: Die neuen Weltkriege [2] Erdogans Energiekarte und [3]Was im Iran passiert: Teil I und Teil II […]

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