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Meilensteine gelungener Intergration

Satire von Bernd das Brot

Am 15. September 2009 veröffentlichte der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V., kurz ZMD, die Antworten etablierter Parteien auf ein Dutzend sog. Wahlprüfsteine, welche die für seine wahlberechtigten Mitglieder brennendesten Fragen enthielten.

Eine beachtenswerte Willensbekundung zur demokratischen Mitgestaltung unseres Landes seitens des ZMD, welche auf Basis des durch die sog. Islamkonferenz geschaffenen, beiderseitigem Vertrauen möglich wurde und die nun, durch kritischen Fragen enagierter muslimischen Wähler, weiter vertieft werden soll. Die zwölf Fragen, inkl. Interpretation der Antworten der Parteien von Seiten des ZMD, sind auf dessen Internetseite einsehbar.

Hier der Fragenkatalog:

I. Fragen zur Entwicklung des Islam in Deutschland
1. Setzt sich Ihre Partei für den zügigen Aufbau von islamischen Lehrstühlen an deutschen Hochschulen insbesondere zur Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern ein?
2. Unterstützt Ihre Partei gleichermaßen die Errichtung von eigenen Bildungseinrichtungen der Muslime?
3. Befürwortet Ihre Partei den Bau von Moscheen auch in deutschen Innenstädten?

II. Fragen zur Islampolitik
1. Hat Ihre Partei ein eigenes Konzept für eine in sich schlüssige Islampolitik?
2. Sollte sich der Staat in Bund und Ländern seine muslimischen Ansprechpartner selbst zusammenstellen oder soll er mit dem legitimierten Koordinationsrat der Muslime (KRM), der bis zu 85 Prozent der islamischen Gemeinden in Deutschland vertritt (eine andere Spitzenvertretung gibt es nicht), verhandeln?
3. Bevorzugt oder privilegiert Ihre Partei einen der vier im KRM vertretenden Verbände?
4. Sind Sie angesichts der Meinungsumfragen, der Ausschreitungen gegen Muslime und ihre Einrichtungen und nicht zuletzt nach dem islamfeindlich begründeten Mord an einer Muslima in Dresden der Ansicht, dass die Islamfeindlichkeit bzw. Islamphobie in die politische Agenda der neuen Bundesregierung aufgenommen werden soll?

III. Fragen zur Diskriminierung
1. Was tut Ihre Partei gegen die Diskriminierung von Muslimen in Gesellschaft und Beruf?
2. Was tut Ihre Partei gegen die Diskriminierung insbesondere der Kopftuch tragenden Musliminnen in Gesellschaft und Beruf (auch im Öffentlichen Dienst)?
1. Könnte das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst auch ein Signal für die Diskriminierung Kopftuch tragender Muslimas in anderen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft sein? [Nummerierung aus Quelle übernommen]

IV. Fragen zur DIK
1. Ist Ihre Partei für Fortführung der Deutschen Islamkonferenz (DIK)
2. Welche Ziele soll die Islamkonferenz verfolgen?

Das hier bekundete Interesse des ZMD am gesamtgesellschaftlichen Vorankommen sticht dem Leser sofort ins Auge. Auch das Angebot an die Gesellschaft, die Last der Krise auf möglichst viele Schultern zu verteilen und Verantwortung zu übernehmen, wird abermals erneuert. Allerdings beschäftigt auch die Sorge um das berufliche Fortkommen der zumeist berufstätigen Mitglieder in der Wirtschaftkrise den ZMD und dessen Mitglieder, weswegen Fragen der Wirtschafts-, Bildung- und Sozialpolitik klar im Vordergrund stehen.

Hier die Antworten der Parteien im Wortlaut: CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen und der SED-Partei  der Partei „Die Linke„.

Da uns deutschen Wählern die etablierten Parteien partout nicht sagen wollen wofür sie eigentlich stehen, sollten man sich die eine oder andere Antwort vielleicht an dieser Stelle besorgen. Daher mein ausdrücklicher Dank an den ZMD und seine Mitglieder für diesen bedeutenden Beitrag zur politischen Meinungsbildung.

15 Kommentare zu „Meilensteine gelungener Intergration“

  • Freidenker:

    Gibt es eigentlich auch einen “Zentralrat der Deutschen in Deutschland” ?

    Und wenn nein, warum nicht ?

  • @ Freidenker

    Nein, gibt es nicht.  Weil das rassistisch wäre. Außerdem wird er nicht gebraucht, weil Deutsche nicht in Gefahr sind, diskriminiert zu werden oder rassistisch beleidigt, verprügelt oder gemobbt zu werden. Oder liest du davon was in einer Statistik oder in den Nachrichten. /Sarkasmus aus.

  • Wahnfried:

    Leitet einer die Fragen mal der Vollständigkeit halber an die Republikaner oder am besten gleich an die NPD weiter? Ich bin ja wahrlich kein Freund von Sozialisten, auch wenn sie national sind, aber man muß ihnen schon lassen, daß sie bei solchen Gelegenheiten wirklich die einzige Partei sind, die mal Tacheles spricht. Siehe http://deutschlandpolitik.files.wordpress.com/2009/09/npd_bekanntmachung.jpg?w=410&h=600

    Das Ergebnis wäre zwar belanglos, gewiß aber lesenswert.

  • Daniel:

    Bei pi-news.net gibt es die Antworten der Republikaner. Lesenswert!

  • BuergeJoerg:

    Alleine für diesen Satz, sollte man der CDU/CSU ihr C täglich um die Ohren hauen:

    “Dennoch wissen wir, dass sich aus christlichen Glauben kein bestimmtes politisches Programm ableiten lässt. ”

    Und bei der SPD darf man folgenden Brechreiz auslösenden Satz lesen:

    “Die geplante Bundesstiftung gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, für die sich die SPD einsetzt, ist ein weiteres deutliches Signal: Wir wollen Fremdenfeindlichkeit künftig noch stärker entgegentreten.
    Dazu müssen Finanzierungsstrukturen für gute Initiativen nachhaltig angelegt sein.
    Modellförderungen und Projekte, die nach wenigen Jahren auslaufen, reichen nicht aus.”

    Mir ist schlecht…

  • BuergeJoerg:

    Nachtrag:

    Wie Daniel bereits bemerkt, die Anworten der Republikaner – weil etwas versteck – hier der Link:

    http://www.pi-news.net/2009/09/republikaner-antworten-auf-zmd-wahlpruefsteine/

  • ThePassenger:

    Zur Erinnerung bzgl. Schmidt vs. ZdJ:

    Harald Schmidt kommt heute Abend auf der ARD um 22:47h.

    Schau mer’ mal… zumindest ich.

  • Wahr-Sager:

    @ThePassenger:
    Jo, das lass ich mir auch nicht entgehen.

  • karl-friedrich:

    OT:
    Sehr gutes PDF zum Thema EU:
    Viele Fakten und Statistiken, lesenswert.
    http://www.rohstoff-giganten.de/wp-content/uploads/2009/06/der-zerfall-der-eu.pdf

  • Freidenker:

    Hat Schmidt nun was gesagt gestern Abend ???

  • Sir Toby:

    # Freidenker

    Ich hab grad gelesen, es hat Pochers Ex Brausepulver aus dem Bauchnabel geschleckt. Sie haben eine Szene aus der Blechtrommel nachgespielt. Ivancan meinte, ihre Eltern würden zuschauen – darauf Schmidt: Es ist ja Literatur! Nach erfolgter Behandlung nochmal Ivancan: Ich wußte gar nicht, daß Sie so gut lecken können!

  • ThePassenger:

    @Freidenker

    Nö, war zwar stellenweise recht amüsant, hatte aber nicht die Schärfe, die ich mir erwartete hatte.

    Was so passierte kann man hier nachlesen:
    http://www.welt.de/fernsehen/article4617231/Brausepulver-aus-dem-Bauchnabel-bei-Schmidt.html

    Also in mein Donnerstags-Stammprogramm kommt er damit nicht.

  • Freidenker:

    # Sir Toby

    Auf einen Speichellecker mehr oder weniger kommt es im Fehrnsehen nun auch nicht mehr an, zumindest machte er nicht den Christian Wulff. ;-)

  • Freidenker:

    # The Passenger, Sir Toby,

    Wulffs Entschuldigung ging bis zum völligen Verlust der Selbstachtung, und darüber hinaus.

  • Wahr-Sager:

    Zum Thema Integration läuft aktuell eine Anne Will-Sendung mit dem Thema Keine Chance für Ali und Ayse – Gemüse verkaufen statt Karriere machen?.
    U. a. anwesend als Gast ist der Abwiegler Özcan Mutlu (Grüne), der die größte Schuld an der Integrationsmisere vieler Migranten (psssst… gemeint sind vorrangig Türken und Araber) in der Bildungspolitik sieht und nicht am Unwillen der Migranten selbst. Dem widerspricht energisch die Journalistin Güner Balci, deren Argumente aus dem wahren Leben sind und von der ich am wenigsten diese erwartet hätte, weil ich annahm, dass sie auf der Seite Mutlus stehen würde. Tja, so kann man sich täuschen. Schade ist nur, dass es relativ wenige Menschen türkischer Herkunft gibt, die Tacheles reden.

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