Inhaltsverzeichnis

Der falsche Michael Moore

Der Mann heißt James O´Keefe, ist 25 Jahre alt und hat sich darauf spezialisiert, Personen und Aktivisten-Gruppen zu blamieren, die in Amerika unter dem Label „liberal“ firmieren, was dort so viel bedeutet wie bei uns links. Eine Organisation heißt „Planned Parentship“ und ist ein Pro-Abtreibungs-Verein, gegen den viele rechte Amerikaner Sturm laufen. O´Keefe rief dort an und versprach eine Spende, wenn sie zweckgebunden verwendet würde. Bei ihm in Ohio gäbe es viel zu viele Schwarze, ob es in Ordnung ginge, dass mit seinem Geld speziell schwarze Babys abgetrieben würden?…

„Absolut“, lautete die Antwort. Der Schelm setzte noch einen drauf und erklärte, er wolle seinen Kindern ersparen, bei der Zulassung zur Universität mit Kindern aus Minoritäten-Gruppen konkurrieren zu müssen. Die Familienplaner schienen sich an solch hehren Spendermotiven nicht zu stören. Der Mitschnitt des Gesprächs, auf YouTube zu hören, sei „schwerstens bearbeitet“ worden, lamentierten sie später.

Das müsst ihr unbedingt lesen: Wolfgang Röhl über einen konservativen Radikalen in den USA. Außer der Nummer mit „Planned Parentship“ zogen O´Keefe  und eine Mitstudentin ein ähnliches Entlarvungsszenario mit der linken Aktivistengruppe Acorn ab: Er sei Zuhälter, sie Prostituierte,  und sie beide wollten groß in’s Geschäft einsteigen, gab er dort an – ob es dazu gute Tips gäbe. Aber selbstverständlich, versicherten Acorn-Mitarbeiter und gaben detaillierte Hinweise, wie ein Bordell zu eröffnen und zu führen sei, wie man am besten die Steuer betrüge und, im Ernst, wie man 13-jährige Mädchen aus Südamerika in die USA [und das Bordell] schleuse.

Als O’Keefe die Fakten enthüllte, war Acorn sofort die öffentlichen Gelder los. Röhl schreibt, O’Keefe konnte seine Entlarungs-Videos sogar in der amerikaweit ausgestrahlten “Daily Show” unterbringen.  Angesichts der Publicity für den konservativen Radikalen “wundert” sich Röhl über das Schweigen in der BRD-Presse. Unbedingt lesen: Wolfgang Röhl: Der falsche Michael Moore. Zum Thema Qualitätsjournalismus.

8 Kommentare zu „Der falsche Michael Moore“

Kommentieren