Inhaltsverzeichnis

Verschobene Gewichte

Nicht allzu lange ist es her, daß die USA und ihr Anhang alle Welt danach bemaßen, wie weit sie ihnen glich. Wie anders nun in Zeiten eines schwachen Dollars, von dem die Chinesen so viele Milliarden besitzen.

Wie gebärdeten sich die USA gegenüber China in früheren Jahrzehnten! Inzwischen führt man Gespräche “auf Augenhöhe”, wie Präsident Hu Jintao sagt.

Bricht damit nicht für kleinere Völker wie das unsrige die Zeit an, über die “Verwestlichung” nachzudenken und wieder mehr kulturelle Eigenständigkeit zu pflegen? – Wann wird das unerträgliche Denglisch abnehmen? – oder schwindet es bereits?

Wenn ich einmal Zitate aus Briefen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts höre, dann staune ich immer wieder, welchen Ausdrucksreichtum man selbst bei einfachen Menschen finden konnte. Wie wünschte ich auch mir eine solche Sprache!

6 Kommentare zu „Verschobene Gewichte“

  • uwe:

    Ein guter Gedanke.

  • Saito:

    Es kann  nicht nur um das lächerliche Denglish gehen. Noch besser wäre es, gleich die ganzen Übel, die wir noch übernommen haben wieder auszumerzen.

    Wer braucht zum Beispiel Hegdefonds (Heuschrecken), die ganze Firmen ausplündern  und ruinieren oder den Bologna Prozeß, der unser bewährtes Hochschulstudium beseitigt hat?-
    Von der Bereitschaft, den USA in ihre völkerrechtswidrigen Kriege zu folgen sollten wir uns sofort verabschieden.
    Da wird nur das gute Ansehen Deutschlands zerstört und der Grundstein für eventuelle spätere Repartionsforderungen gelegt.

    mit freundlichen Grüßen 

  • virOblationis:

    @ Saito
    Natürlich erschöpft sich unsere Kultur nicht in der Sprache. Auch der Bereich von Politik, Wirtschaft etc. grenzt zumindest daran. Bei der Sprache aber kann jeder einzelne ohne große Mühe etwas zur Veränderung beitragen: Er braucht lediglich auf das eigene Reden ein wenig acht zu geben, um insbesondere überflüssige Anglizismen zu vermeiden.

  • Mittlerweile arbeiten Journalisten großer Blätter ja bereits daran,  uns das verstümmelte Deutsch als Bereicherung unserer Sprache zu verkaufen. [Kiezdeutsch bringt auch unsere Sprache voran].  Selbst das Goetheinstitut entblödet sich nicht, von Kreativität und Innovation zu faseln. Goethe würde sich im Grab umdrehen. “Hey Alder isch f…. dein Mudda…ich mach disch messa…etc. als kreative Sprachschöpfung.  Krank. Von der kritiklosen Übernahme englischer Begriffe in Werbung und Alltag ganz zu schweigen.

    Da von unseren Eliten kein Gegensteuern zu erwarten ist, lautet das Gebot der Stunde: Muttersprache selbst sorgsam pflegen.

  • Karl Eduard:

    Es gab eine Zeit, da war Französisch “in”. Komischerweise haben wir die auch überlebt.

  • virOblationis:

    @ Karl Eduard
    Damals (17./18. Jh) gelang es Frankreich jedoch nicht, Deutschland militärisch zu unterwerfen und wirtschaftlich auszuschlachten, und es dachte nicht daran, unsere Vorfahren politisch umzuerziehen. Insofern hatte die Übernahme französischer Begriffe einen anderen, viel harmloseren Hintergrund: Frankreich war eben die führende Kulturnation, von der man gerne lernte.
     

Kommentieren