Inhaltsverzeichnis

Griechenland und die Eurozone, Teil II

Es geht los. Nachdem klar ist, dass Griechenland sich maßlos überschuldet hat und die Einheit der Währungsunion wackelt [Artikel hier], werden nun Pläne ausgeküngelt, die uns deutsche Steuerzahler als Melkschweine des griechischen Schuldenabbaus  heranzieht. Kackdreist wird behauptet “wir müssten helfen”.

Mal ganz davon abgesehen, dass damit Vertragsbruch begangen wird:  Der EU-Gesetzespassus legt eindeutig fest, dass kein EU-Mitgliedsland für die Schulden eines anderen aufkommen muss; ganz davon abgesehen, dass damit Misswirtschaft belohnt wird [mit den absehbaren Folgen] hätte ich gerne zwei konkrete Antworten auf zwei konkrete Fragen: Wieso “müssen” wir helfen, und was konkret haben “wir” davon.

Ich hoffe, dass einige der politischen Querdenker den Fall vor das Bundesverfassungsgericht bringen.

17 Kommentare zu „Griechenland und die Eurozone, Teil II“

  • Wahnfried:

    Einen wirklich neutralen und guten Artikel dazu hat Ottmar Issing in der FAZ veröffentlicht.

    http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EAB4863170BDC45E3BB25D40938FDB3B7~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

  • Aus dem von Wahnfried verlinkten FAZ-Artikel

    Die wichtigsten oder die am häufigsten vorgetragenen Gründe, warum der deutsche Steuerzahler als Melkschwein griechischer Schulden herangezogen werden soll:

    -Sobald Griechenland “zu Fall gebracht” ist, werden sich die Finanzmärkte auf den nächsten “Kandidaten” stürzen. Eine Kettenreaktion dieser Art würde die Währungsunion in ihren Grundfesten erschüttern und am Ende selbst ihre Existenz gefährden.

    Na und – ein Konstrukt, das nicht funktioniert sollte auch im Orkus landen.

    -Als letzter Ausweg könnte Griechenland den Austritt aus der Währungsunion erwägen.

    Wenn griechische Politiker intelligent sind und wirkliche Politiker [und nicht nur EU-Vollzugsbeamte] sollten sie das auch tun – je schneller umso besser.

    -Kandidaten aus dem Kreis der EU-Länder, die noch nicht der Währungsunion angehören, werden von einem Beitritt abgeschreckt, die Währungsunion verliert an Attraktivität.

    Zu Recht – das Konstrukt ist auch nicht attraktiv sondern eine Blendgranate, das die Nationalstaaten erst anfüttert  und sie dann ein Schweine Geld kostet – es sei denn, sie betreiben gezielten Betrug und Misswirtschaft.

    Fazit: Die angeführten Argumente, die der FAZ-Artikel anführt, beweisen m.E. vor allem, wie unfähig und nachteilig dieses Konstrukt – genannt Währungsunion – ist. Ich glaube, die Angst ist eine ganz andere: Dass Griechenland aus der EU ausscheidet und sich Russland, China etc. anschließt und die EU damit an Einfluss verliere.

  • gast:

    Herr Thomas Exner, Urheber der Forderung ist mit den Rat- und Vorschlägen vermutlich in den Beraterklüngel, der sich um Frau Merkel schart, bestens integrierbar. Diese von der überwiegenden Mehrheit des Volkes abweichende Haltung qualifiziert ihn regelrecht für einen Posten dort.

  • Freidenker:

    Deine Fragen kann ich Dir beantworten Judith.

    1. Weil wir den Krieg verloren haben.

    2. Wenn ein Bauer seinen Ochsen einspannt um ein Feld damit zu Pflügen, und der Ochse fragt sich, “was habe ich davon”, was juckt das wohl den Bauer ???

    Tja die Welt ist so banal, ich kanns als selbst kaum glauben. ;-)

  • Mich beunruhigt, wie groß der Einfluss der Ratingagenturen ist: Obwohl diese Ratinagenturen jahreland Schrottpapiere mit A-Rankings bewerteten und daran sehr gut verdienten, mussten sie keinen Schadensersatz für diese desaströse Fehleinschätzung leisten. Ich meine, was ist denn das für eine Firma, deren Geschäft das “Bewerten” ist und die, nachdem sie ihre absolute Inkompetenz zelbriert hat, nicht einmal haftbar zu machen ist.

    Das wirklich allerübelste ist aber das: Diese Ratingagenturen dürfen auch Staaten und deren Kreditwürdigkeit bewerten, die, fallen diese Bewertungen schlecht aus, den Staat in den Staatsbankrott treiben, weil sich neue Kredite für ihn enorm verteuern. Das ist eine enorme Macht und wo soviel Macht ist, ist Korruption und Missbrauch nicht weit.

    Wieso wird die Rolle der Ratingagenturen von Journalisten kaum hinterfragt? Was ist das für ein ekliger Filz, der dafür verantwortlich ist.

  • Was ist denn hier los?
    Gibt es wahrhaftig noch andere Blogger, die sich schon vorher über unsere abzusehende Schröpfung empören?

    Muss man freilich mit der Lupe suchen: Die große Masse wird erst hinterher aufstehen.
    Merke: Wer zu spät protestiert, den bestraft das Finanzamt!

    Was sind wir bloß für ein Volk?

    Manchmal dürften wir ruhig etwas “griechischer” werden!

  • Antifo:

    @Judith
    Ratingagenturen sind erst mal nicht mehr als eben Berater. Wenn jemand falsche Entscheidungen infolge schlechter Beratung trifft, dann ist nicht der Berater schuld, sondern immer noch derjenige, der sich auf diese Beratung verlassen hat.

  • karl-friedrich:

    @ Freidenker

    “Weil wir den Krieg verloren haben.”

    Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Die ganze Sache läuft so langsam aus dem Ruder, das ist mein Gefühl. Und nein, was gehen uns die Schulden von Griechenland an, da man aber dieses Konstrukt EU nicht so einfach zusammenfallen lassen will, wird man sicherlich Mittel und Wege finden, um die Griechen zu retten.

    Es gibt aber auch gute Gründe dies nicht zu tun:

    Issing gegen EU-Hilfe für Griechenland. Gewähre die Gemeinschaft Griechenland Hilfe, das in eklatanter Weise gegen Regeln der Gemeinschaft verstoße habe, könne man sie anderen Ländern – etwa den Iren – kaum verweigern. “Nichts würde den Euro mehr schwächen”.

    http://www.mmnews.de/index.php/201001284785/MM-News/Griechenland-Pleite.html

  • DerEbert:

    Wir helfen gerne, wir sind so blöd…

  • karl-friedrich:

    Wenn man bedenkt, das wir die Niedrigsteuern in Rumänien finanzieren siehe Nokia, warum nicht auch die Akropolis, wir finanzieren doch unseren eignen Untergang, shit happens.

  • Freidenker:

    karl-friedrich

    Grob zusammengefasst, immer wenn Deutschland wirtschaftlich zu mächtig wurde gab es auf einmal tausend Gründe gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen.
    Mit der Wiedervereinigung bestand wieder die Gefahr das das eh schon recht starke Rumpfdeutschland BRD wirtschaftlich zu stark wird, also hat man diesmal von einem Krieg abgesehen und zwang der BRD den Euro auf.
    Nun konnte Deutschland so stark werden wie es wollte, denn man konnte auf seine Kosten immernoch Schulden machen.
    Das ist die seehr grobe Zusammenfassung eines sehr komplexen Themas.
    Die Euroeinführung wird nicht umsonst auch als 2. Versailles bezeichnet, aber der geschichtsvergessene Michel soll seine BILD lesen und ansonnsten nicht weiter nachdenken.

  • karl-friedrich:

    @ Freidenker

    Danke, ich weiß, der liebe Herr Kohl musste mitmachen.

    Übrigens, ich habe gerade das Buch “Die verblödete Republik” gelesen, selten habe ich so gelacht und so viel Wahrheit gelesen, wie in diesem Buch, kann ich nur empfehlen.

    http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_0_12?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=die+verbl%F6dete+republik&sprefix=die+verbl%F6de

  • Karl Eduard:

    Na, betrachten wir mal die segensreichen Bemühungen unserer Avantgarde, Deutschland zu einem Drittweltland zu transformieren, als fein ausgetüftelten Widerstand. Wenn wir nämlich das Bruttosozialprodukt von Somalia haben, wird keiner mehr glauben, Deutschland wäre noch in der Lage irgendwas zu finanzieren.

  • Wahnfried:

    Ede: Ja, so ähnlich versuche ich auch immer zu denken, wenn ich aus dem Fenster schaue und alles was ich sehe ungezählte Kinder mit wahlweise türkischem, arabischem, asiatischem, afrikanischem oder sonstigem Mihigru sind. Wenn wir der Demographie zum Dank erstmal auf dem Stand eines Schwellenlandes sind, dann wird uns auch niemand mehr belästigen oder Angst vor Deutschland haben. So gesehen läuft die Sache ja eigentlich ganz prima für uns…

  • aloha:

    1) Wir müssen helfen, weil unsere Regierung Fremdinteressen dient und die BRD kein souveräner Staat ist.
    2) Viele unserer lieben Nachbarstaaten können es nicht ertragen, dass Deutschland trotz zweier verlorener Kriege wirtschaftlich so gut dasteht. Sie tun inoffiziell alles, um Deutschland wirtschaftlich zu zerstören (Abschaffung der verhassten D-Mark, Verlagerung deutscher Arbeitsplätze in Osteuropäische Staaten subventioniert durch deutsche EU-Beiträge, erzwungene Masseneinwanderung in die Sozialsysteme, Abschaffung der bewährten deutschen Hochschulabschlüsse, Freizügigkeit für Billiglohnarbeiter…). Da aber die deutsche Wirtschaft eng mit den anderen EU-Mitgliedern verknüpft ist, zerstören diese dadurch auch ihre eigene Wirtschaft. Ironie des Schicksals.

  • virOblationis:

    @ aloha
    Geht es einigen “unserer liebe[n] Nachbarstaaten” nicht ganz ähnlich wie uns? Auch sie sind durch die Zuwanderung herausgefordert und von einer politischen Klasse geführt, die der unsrigen ideologisch vergleichbar ist: Man denke an Frankreich und die Algerier, Großbritannien und die Pakistani, Spanien samt Niederlande und die Marokkaner etc. Durch eine vergleichbare Herausforderung werden sie an unsere Seite gestellt. Der Neid auf die Reste unseres stetig weiter schwindenden Wohlstandes müßte angesichts dessen doch eigentlich überwindbar sein.

  • Freidenker:

    In einer Welt die noch vom Dollar dominiert wird, in der China auf dem Weg zur Weltmacht ist und auch andere Staaten auf dem Sprung zu Wirtschaftsmächten sind ist eine Wirtschaftsunion in Europa genau die richtige Antwort.
    Im Grunde bin ich ein Eurobefürworter, nur wird der Euro nicht als eine Verbesserung des wirtschaftens einiger Industrienationen genutzt, sondern als politische Idiologiewährung missbraucht.
    Und nun haben wir den Scherbenhaufen vor dem alle Idiologien früher oder später stehen.
    Und wo verdammt nochmal steht geschrieben das eine große EU besser ist als eine kleine ???
    Die EU wurde und wird als politisches Machtinstrument missbraucht, der Einflussbereich der Nato ergo USA wurde damit erweitert und mit Euros gekauft. Die USA profitiert mehrfach, neben der Vergrösserung ihres Einflussbereiches, bezahlt durch den Euro/Deutschland wird durch die Überdehnung der EU der Euro zuverlässig daran gehindert eine ernstzunehmende Konkurenz zum Dollar zu werden.
    Die Nato war dazu da den Ami drinnen, den Russen drausen, und den Deutschen unten zu halten, so wurden nun einige Aufgaben an die EU übertragen.

Kommentieren