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Archiv für August 2010

In der Hetzmasse

Zum [vorhersehbaren] Verlauf der Sarrazin-Treibjagd nur so viel: Selbstverständlich wird Intelligenz vererbt und unterliegt, genau wie Augen,- Haar und Hautfarbe etc.pp. den Vererbungsgesetzen. Mit, gemäß der Gausschen Verteilungskurve, nach oben und unten stattfindenden “Ausreißern”.   Wobei die Ausschöpfung dieser Intelligenz natürlich durch Faktoren wie Erziehung und Förderung mitbestimmt wird. Trotzdem ist der IQ nicht grenzenlos pushbar und prinzipiell jeder fähig, ein zweiter Einstein zu werden oder ein zweiter Friedrich Hölderlin. 

Und selbstverständlich kann man an Hand der DNA die Zugehörigkeit des Menschen zu einer Ethnie feststellen  – unzählige Firmen haben auf der Grundlage der modernen  Genomforschung ein einträgliches Geschäftsmodell initiiert:  Herkunftsanalyse mittels DNA. Ebenso wie die moderne pharmazeutisch-wissenschaftliche Forschung mittlerweile dem Umstand Rechnung trägt, dass unterschiedliche Ethnien teilweise unterschiedlich auf  Wirkstoffe reagieren.

Es ist erschreckend, wie eine ehemals führende Wissens- und Wirtschaftsnation sich mehr und mehr in ein hysterisches rückständiges Dritt-Welt-Land entwickelt, wo naturwissenschaftliche Erkenntnisse entweder nicht [mehr] gewusst, oder zu Gunsten einer Ideologie negiert und bekämpft werden.

Wird Sarrazin die Hetzjagd überstehen? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Und ehrlich gesagt: Es ist mir auch egal. Ich habe die innere und äußere Sezession von diesem BRD-Konstrukt endgültig vollzogen und lebe meine Überzeugungen ohne auf eine Erlaubnis oder eine neue Partei zu warten.

Weshalb knüpfe ich trotzdem an die Hysterisierung um Sarrazin an? Weil ein Artikel von Doris Neujahr in der JF  das Phänomen und seine Ursachen sehr gut beschrieben hat. Er erschien schon 2007 und wer die Massenhysterie um z.B. Hohmann, Herman, Robert Emke oder eben jetzt Sarrazin verfolgt[e] und sich fragt[e] was um Himmels Willen der Auslöser dieser – ganz offensichtlich restlos durchgeknallten – hysterischen Gefühlsaufwallung ist, findet in dem Essay eine exzellente Erklärung.

Doris Neujahr [alias Thorsten Hinz] knüpft  an Elias Canettis „Masse und Macht“ : Darin analysiert Canetti die Skandalisierungen, Stigmatisierungen, Demütigungen und, im äußersten Fall, Existenzvernichtungen als archaisches Verhaltensmuster, das es den – aus allen tradierten Bindungen herausgefallenen – Individuen von Konsum-und Massengesellschaften ermöglicht, für einige Zeit aus ihrer Entwurzelung und Einsamkeit zu fliehen und ein rauschhaftes “Wir-Gefühl” zu erleben. Ist die Hysterisierung vorbei, zerfällt diese  Masse  wieder in ihre atomisierten Einzelteile: Ihre Mitglieder kehren in ihren früheren, unbefriedigten Zustand zurück. Die Erinnerung an die Glücksmomente steigert aber ihre Bereitschaft und Erwartung, das Massenerlebnis zu wiederholen. So befinden sich Individuen von Konsum-und Massengesellschaften ständig in der Latenzphase neuer Hetz – und Hysterisierungsphasen.

IN DER HETZMASSE [in Ausgabe 21/07 vom 18. Mai 2007]

Eigene Anmerkung: Mein persönlicher Eindruck ist, dass diese Hysterisierungsphasen immer kürzer werden, so dass ein neuer auslösender Reiz immer schneller und stärker auftreten muss – sie  ähneln darin einem Drogensüchtigen, der immer stärkere Dosen braucht bei gleichzeitig immer kürzer werdenden Rauschphasen. Wo das enden wird? Keine Ahnung. Drogensüchtige schaffen an diesem elenden Punkt entweder den Absprung von der Droge  – oder sie machen weiter  und sterben letztendlich daran.

"Ich bin kein Rassist"

Kaum ein Nachrichtensender, kaum eine Zeitung, die sich diese Schlagzeile entgehen läßt: Thilo Sarrazin schreibt den Juden ein spezifisches Gen zu! –  Demnach könnte man jeden Juden genetisch identifizieren. Was anderes als ein Rassist ist Sarrazin also?

Doch was hat er tatsächlich gesagt? Schauen wir uns die Befragung durch die “Welt am Sonntag” einmal genau an!

Auf die Frage “Gibt es auch eine genetische Identität?” antwortet er mit dem – in den erwähnten Meldungen aus dem Zusammenhang gerissenen – Satz: “Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.”

Die parallel mit den Juden genannten Basken weisen darauf hin, daß er hier nicht von der jüdischen Glaubensgemeinschaft spricht, von der Synagoge, sondern von den Juden als Volk; Proselyten, also Menschen die zum jüdischen Glauben sich bekehrt haben, können deshalb hier nicht hinzugezählt werden. – Es sei dazu angemerkt, daß das Judentum die Proselyten in der Antike auch sozial dementsprechend einstufte: Sie standen am Rande der jüdischen Gesellschaft und konnten auch nur dort Ehepartner finden, bis ihre Nachkommen endlich als jüdische Vollbürger galten.

Es geht Sarrazin also nicht darum, daß man jeden Träger eines bestimmten Passes oder jeden Angehörigen einer bestimmten Glaubensgemeinschaft genetisch identifizieren könne. Deshalb sagt er ausdrücklich: “Ich bin kein Rassist.” Sarrazin geht es bei seinen Aussagen darum, daß die Angehörigen eines Volkes – mehr oder weniger – ein gemeinsames Erbgut haben, weil es seit der germanischen Völkerwanderung (3 – 6. Jh) keine größeren Verschiebungen in der Zusammensetzung der Völkerschaften mehr gegeben habe. Sarrazin sagt: “Es ist nämlich falsch, dass es Einwanderungsbewegungen des Ausmaßes, wie wir sie heute haben, schon immer in Europa gegeben hätte. Seit der Völkerwanderung gab es solche Verschiebungen nicht mehr.”

Dabei scheint Sarrazin bewußt zu sein, daß selbst die Völkerwanderung – zumindest auf dem Boden der weströmischen Provinzen – zu keinem Bevölkerungsaustausch geführt hat. Vielmehr bildeten die germanischen Eroberer eine zahlenmäßig kleine Gruppe, die mit der Zeit in der romanischen Bevölkerung aufging; in Oberitalien z.B. wandelte sich im Laufe der Zeit der Begriff “Langobarde” von der Bezeichnung des Angehörigen eines bestimmten Germanenstammes zum Rechtstitel, den auch Romanen tragen konnten; schließlich wurde die “Lombardei” zur Landschaftsbezeichnung, die alle “Lombarden” einschließt. So bezieht sich auch Sarrazin auf die Zeit lange vor der Völkerwanderung, wenn er sagt: “Drei Viertel der Ahnen der heutigen Iren und Briten waren bereits vor 7500 Jahren auf den Britischen Inseln.” – Wie Sarrazin auf die Zahl 7500 kommt, ist für mich nicht nachzuvollziehen, doch es ist klar, was er meint: Die europäischen Völker [des Abendlandes] haben seit jeher dieselben Ahnen, und wenn weitere hinzukamen, so waren es stets wenige, die im Laufe der Zeit im Ganzen aufgingen und die Kontinuität der Entwicklung nicht beeinträchtigten.

Eine Inkonsequenz in der Gedankenführung weisen Sarrazins Aussagen allerdings auf. Nach seinen Ausführungen hätte er auf die – zumindest im allgemeinen auch im Erbgut vorhandenen -Unterschiede zwischen den Angehörigen hiesiger Völkerschaften und den Zuwanderern aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika hinweisen müssen. Stattdessen sagt er: “In meinem Buch rede ich zudem nicht von Türken oder Arabern, sondern von muslimischen Migranten. Diese integrieren sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Gruppen von Migranten. Die Ursachen dafür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islam. Vergleichen Sie die Integrationserfolge von Pakistani und Indern in Großbritannien.” Dadurch vermischt er die ethnische Thematik mit einer anderen, nämlich mit der religiös-kulturellen. Diese ist aber – wie oben im Zusammenhag mit dem Judentum angedeutet – von der ethnischen zu unterscheiden. Er hätte den Unterschied an den Vorfahren seiner eigenen Person demonstrieren können, weist sein Name doch auf eine Herkunft aus dem französischen Sprachraum und auf arabische Vorfahren hin, auf Sarazenen.

Brandanschläge?

Wieviele außergewöhnliche Ereignisse derselben Art sind nötig, bis man nicht mehr davon ausgeht, daß es sich um Zufälle handelt?

Die Hamburger U-Bahn scheint heimgesucht zu werden:

Gestern hat sich ein Kabelbrand am Bahnhof Wandsbek-Gartenstadt ereignet, an einer Staion, wo sich zwei Linien kreuzen (U1 und U3).

Heute hat sich ein Kabelbrand am Bahnhof Kellinghusenstraße ereignet, an einer Station, wo sich zwei Linien kreuzen (U1 und U3).

Heute gleich zwei gute Nachrichten

Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” liegt mittlerweile auf Platz Eins des Amazon-Verkaufsrang – das vorhersehbare Geheule der Üblichen Gabriels Merkels Becks und Kramers(und deren Nutznießer) ist das beste Kaufargument überhaupt.

Gute Nachricht Nr. 2: Opportunist Kerners Einschaltquoten gehen weiter in den Keller. Auch die öd-künstliche Hype um “Sven” konnte daran nichts ändern. Fazit: Während die Bücher von Herman, Heisig, Sarrazin und Co. exzellente Verkaufszahlen aufweisen, weist die Zustimmungsrate für ihre Denunzianten immer weiter abwärts.

Das ist gut so.

Der Tambourmajor

Thomas Mann (geb. 1875, gest. 1955; Nobelpreis 1929) ging 1933 mit seiner Frau und den beiden jüngsten Kindern, Elisabeth (geb. 1918, gest. 2002) und Michael (geb. 1919, gest. 1977), ins Exil, zunächst in die Schweiz. 1938 reisten die Vier in die USA ein. Die beiden Kinder heiarteten dort im Jahr darauf. Thomas Mann und seine Frau Katia (geb. 1883, gest. 1980) zogen 1941 nach Californien, wo sie während des Krieges blieben. Drei Jahre später erhielten sie die us-amerikanische Staatsbürgerschaft. – Nach mehreren Europareisen ließen sich Thomas und Katia Mann dann 1952 wieder in der Schweiz nieder. Nach seinem Tode in der Bundesrepublik Deutschland hoch verehrt, benannte man dort sogar Schulen nach Thomas Mann, obwohl er das Katharineum in Lübeck seiner Zeit ohne Abschluß verlassen hatte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Hinweis

Eine Reihe von Artikeln über die “beste aller möglichen” Staatsformen, die parlamentarische Demokratie, kündigte das Civitas-Institut im vorigen Monat an.

Mittlerweile sind zehn Beiträge erschienen (22. – 31. Juli). Man findet sie am einfachsten dadurch, daß man in einem Beitrag “weiterlesen” anklickt, und dann immer weiter rückwärts oder vorwärts blättert.

Deutsche Opfer, fremde Täter

Dieses Buch haben Michael Paulwitz und Götz Kubitschek lange vorbereitet. Deutsche Opfer, fremde Täter heißt der erste Band aus der neuen Buchreihe antaios thema und beschäftigt sich mit einem Problem, das in D. ein Tabu ist: Rassistische Gewalt gegen Deutsche, deutsche Kinder und Jugendliche vor allem da, wo sie bereits in der Minderheit sind – in Vierteln mit hohem Ausländeranteil.

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Stützpfeiler

Wenn man mutwillig die Stützpfeiler eines Gebäudes beschädigt, darf man sich nicht wundern, wenn es über kurz oder lang einstürzt.

Vor fünfzehn Jahren ergingen zwei Urteile des höchsten Gerichts, die das gesellschaftliche Leben nachhaltig beeinflussen mußten.

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Gesellschaft mit beschränktem Gewaltmonopol

Schleswig-Holstein ist hoch verschuldet. Auch die Polizei wird von Sparmaßnahmen nicht ausgenommen. Dies betrifft aber nicht etwa deren EDV-Ausstattug. Das schleswig-holsteinische Innenministerium teilt mit, daß es bei der Polizei des Landes ausreichend viele Rechner gibt, etwa 5600 Computer, und deren Anzahl soll offenbar auch nicht vermindert werden.

Freilich verfügt nur ein winziger Bruchteil der genannten Geräte über einen DSL-Anschluß, wie er in zahllosen privaten Haushalten inzwischen bereits vorhanden ist. Schleswig-Holsteins Polizei verfühgt über ganze 213 solcher Rechner. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Kriegshetzer

So funktioniert Kriegshetze der übelsten Art: Das Time Magazin zeigt auf seinem Titelblatt die 18-jährige Bibi Aisha mit ihrem verstümmelten Gesicht. Taliban hatten der jungen Frau Nase und Ohren abgeschnitten, als sie von ihrer prügelnden Familie geflüchtet war. Time titelt dazu: Was passiert, wenn wir aus Afghanistan abziehen.

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