Inhaltsverzeichnis

Außenpolitischer Druck der USA erzwang Anwerbung türkischer Gastarbeiter

Die Standardfloskel Gutmeinender “Wir riefen Arbeitskräfte und Menschen kamen” ist, wie vieles was aus der Ecke proklamiert wird, faktisch verkehrt. Dass die Gastarbeiter vor allem auf Wunsch der Entsendeländer nach D. kamen, zeichnet nicht nur Heike Knortz Buch Diplomatische Tauschgeschäfte  nach, auch in FAZ [Einwanderungsland wider Willen] und Wikipedia ist das nachzulesen [Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei].

Der damalige Arbeitsminister Theodor Blank [CDU] lehnte die Aufnahme türkischer Gastarbeiter zunächst ab – er schätzte die kulturellen Unterschiede als zu unterschiedlich ein und befürchtete Konflikte. Ein kluger Mann. Darauf hin übte die USA außenpolitischen Druck aus – wie immer aus geostrategischen Eigeninteressen. Und D. trug diesen, wie immer, Rechnung.

Im Herbst 1961 schloss die Bundesrepublik Deutschland und die Türkische Republik ein Abkommen zur zeitlich begrenzten Anwerbung von Arbeitskräften ab. Die Initiative zum Abschluss dieses Abkommens ging hierbei von der Türkei aus. Durch die Geldüberweisungen der Gastarbeiter in die Türkei sollte das Handelsbilanzdefizit der Türkei im Handel mit Deutschland durch Überschüsse in der Übertragungsbilanz kompensiert werden, um die türkische Leistungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland gegenüber auszugleichen. Die türkische Regierung nahm hierbei Bezug auf einen ähnliches 1955 zwischen Deutschland und Italien geschloßenes Anwerbeabkommen (Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien), welchem die gleiche Motivation zugrund lag.[1]. Neben der Verbesserung der türkischen Handelsbilanz gegenüber der Bundesrepublik Deutschland erhoffte sich die Türkei, auch durch die Rückkehr, der in Deutschland mit moderneren Produktionstechniken vertraut gewordenen Arbeitskräften im Rahmen des vereinbarten zweijährigen Rotationsprinzipes, eine Effizienzsteigerung der eigenen Industrie (Know-How-Transfer)

Zunächst reagierte die Bundesregierung zurückhaltend auf das Angebot. Arbeitsminister Theodor Blank [CDU] lehnte das Angebot zunächst ab. Da er die kulturell-religiöse Distanz und mögliche aus dieser resultierende Konflikte als zu groß einschätzte, des Weiteren bestünde zunächst auch kein Bedarf an türkischen Arbeitskräften da das Potenzial an deutschen Arbeitslosen aus strukturschwachen Regionen noch nicht hinreichend ausgeschöpft sei. Aufgrund des außenpolitischen Drucks der USA welche nach der geostrategisch motivierten Aufnahme der Türkei in die Nato dieses Land ökonomisch stabilisieren wollte übernahm das bundesdeutsche Außenministerium, im Gegensatz zum ursprünglich zuständigen Arbeitsministerium die Verhandlungsführung mit der türkischen Republik.

Siehe auch: Die Mär von den türkischen Gastarbeitern die Deutschland aufgebaut haben und USA: Türkei muss in die EU.

2 Kommentare zu „Außenpolitischer Druck der USA erzwang Anwerbung türkischer Gastarbeiter“

Kommentieren