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Gedankensplitter (22. Sept.)

Beim Hören der Rundfunknachrichten fiel mir heute wieder einmal auf, daß unter den ersten Meldungen, also den bedeutendsten, zwischen die Information über verschiedene Tatsachen auch irgendeine Meinungsäußerung eingestreut und daß diese sogar ausführlicher dargestellt wurde. Statt den Hörer mit Nachrichten über Ereignisse zu versorgen, um ihn zu befähigen, seine Ansichten durch Tatsachen zu untermauern oder zu korrigieren, wird eine Mischung aus Meldung und Meinung serviert, um den Hörer in eine bestimmte Richtung zu dirigieren.

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Wie man im Westen auf die Bewohner der Ostzone halb mitleidig halb verächtlich herabsehen sollte, weil die Deutschen dort nicht an Wohlstand, Freiheit und Demokratie Teil hätten, so sollten diese die Trizonesier als eigentliche Nachkommen des NS-Regimes schmähen: Jeder Teil Deutschlands hatte der Ideologie eines Machtblockes zu entsprechen, die einen als Vergangenheitsbewältiger, die andern als Antifaschisten.

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Was gäbe es noch, das zugleich als urtümlich und deutsch zu bezeichnen wäre oder von dem man sagen möchte: „Unkraut vergeht nicht.“

 

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