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Gedankensplitter (4. Febr. ’15)

Als Eduard Snowden im Sommer 2013 nach Moskau floh und die USA die europäischen Staaten veranlaßten, die von dort nach Lateinamerika fliegende bolivianische Präsidentenmaschine zur Landung zu zwingen, fiel die bis dahin immer noch erhaltene Fassade von Souveränität in sich zusammen, denn es erwiesen sich die europäischen Staaten als bloße Handlanger Washingtons. Seitdem versucht zumindest die Bundesregierung in Berlin gar nicht mehr, den Anschein politischer Eigenständigkeit zu wiederzuerwecken: Ob Gelder z.B. in die Ukraine fließen sollen, in Brüssel die deutschen Interessen durch die Postenvergabe innerhalb der Kommissarsriege von 2014 kaum noch im Verhältnis zur Bedeutung des Landes für die Erhaltung der EU repräsentiert werden, die Euro-Währung abgewertet oder Deutschland mit “Refugees” geflutet und von der NSA samt ihrem Anhang ausgeforscht wird – alles winkt man nur noch durch.

Gleichzeitig wird die politische Opposition durch Rote Garden, staatliche Auflagen und Verbote möglichst weitgehend zum Schweigen gebracht, während die Kanzlerin im Ausland fordert, die politische Opposition nicht zu knebeln; dies ist bloß noch Phrase, ein Anschein von Wirklichkeit nur in der Ferne noch. Man propagiert die EU als Friedensprojekt, aber der Krieg frißt sich bereits in die benachbarte Ukraine hinein.

3 Kommentare zu „Gedankensplitter (4. Febr. ’15)“

  • Waldgänger:

    Keine deutsche Regierung seit 1945 – Adenauer inbegriffen – war derart willfährig und geradezu hörig wie die Regierung Merkel.

    Welch ein Unterschied selbst zu Kanzler Schröder, der sich 2003 jener “Koalition der Willigen” selbstbewusst verweigert hatte.
    Natürlich würde man gern Mäuschen sein und wissen, ob Merkel wirklich einem unwiderstehlich starken amerikanischen Druck ausgesetzt ist oder nicht…

  • virOblationis:

    @ Waldgänger

    Der Hinweis auf Kanzler Schröder jagt mir einen Schauer über den Rücken. Aber Sie haben recht: Damals zeigte Deutschland noch einmal eine gewisse politische Eigenständigkeit. – Eben deshalb – so hört man immer wieder in Stellungnahmen von us-amerikanischer Seite – muß Deutschland ja auch verschärft überwacht werden, denn es hat damals nicht am Feldzug gegen den Iraq teilgenommen, so daß dem Land nicht mehr zu trauen ist. Wie feindselig die Stimmung gegenüber Deutschland geworden ist, hat jüngst auch ein JF-Artikel* mittels Analyse von us-amerikanischen Kriegsfilmen beleuchtet.
    * So weit ich sehe, ist er noch nicht im Archiv zu finden.

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