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Exzerpt von Max Schelers, „Die Ursachen des Deutschenhasses (2. Aufl. 1919 = 2009)“

Nachdem Forist Ed verschiedentlich durch Zitate auf Max Schelers* Werk hingewiesen hat, wende ich mich dieser Thematik zu mit dem Exzerpt einer der Kriegsschriften Schelers, die den Deutschenhaß untersucht, der ja nach wie vor virulent ist: Man denke nur an die Milliarden Euro, die Deutschland zur Aufrechterhaltung des griechischen Staates ausgibt; auch wenn dies nicht unbedingt dem Interesse des griechischen Volkes entspricht, so verhindert es doch immerhin – zumindest vorerst – den gewiß für viele dort schmerzhaften Zusammenbruch des Systems, dem auch die Abnahme hunderttausender Refugees entgegenwirkt, und so gewännen die Griechen Zeit zum besonneneren Umbau des Systems – gleichwohl mindert dies nicht den dortigen Deutschenhaß, sondern befördert ihn eher noch, so scheint es.

* geb. 1874, gest. 1928

Max Scheler, „Die Ursachen des Deutschenhasses. Eine nationalpolitische Erörterung (Leipzig 1917, 2. Aufl. 1919 = Leipzig 2009)“

S. 7f. Vorbemerkung

Das Buch ist aus einem 1916 gehaltenen Vortrag hervorgegangen.

S. 9 – 20 I. Unzulängliche Erklärungsmethoden

Irrtümlich wird der [1. Welt]krieg als Ursache des Hasses auf die Deutschen angesehen, tatsächlich ist er dessen Folge.

Wo der Krieg – durch verbreitete pazifistische Überzeugungen – als ein Übel angesehen, ja geradezu für Sünde gehalten wird, da hält man sich nicht mehr an ein [Kriegsrecht, da ja ohnehin alles Kämpfen schlecht ist; wozu sollte man differenzieren?] „Der gegenwärtige [1. WK] ist darum der furchtbarste und unsittlichste Krieg, den die Geschichte kennt, da er im großen und ganzen ein Krieg der stark pazifizierten, unkriegerischen und hochkapitalisierten Völker Europas ist – ein Krieg der Völker selbst, …nicht (auch) ein Krieg vorwiegender Standesheere…“ (S. 15 – fett im Original)

S. 21 – 33 II. Affektmenge und Hintergründe des Hasses

[Haß gegen alles Deutsche ist revolutionärer Haß:*] In Europa sind die christlichen Werte [des Mittelalters] in Folge der revolutionären Bestrebungen des dritten Standes „vorzüglich der Weststaaten“ (S. 30) durch neue abgelöst worden. „…der bürgerliche Mittelstand, also im wesentlichen der sogenannte Liberalismus…[ist] der Hauptträger…des politischen und kulturellen Nationalismus, des ökonomischen Individualismus und des kapitalistischen Geistes…“ (S. 28 – fett im Original) Deutschland hat an der dazu führenden Entwicklung nur unvollkommen teilgenommen[; vgl. die spätere Charakterisierung desselben Sachverhaltes als „Sonderweg“]. – Der [nicht-altdeutsch begründete, sondern marxistische] Sozialismus stellt keine Alternative des Liberalismus dar, sondern bildet die Nachahmung der revolutionären Bestrebungen des dritten Standes durch den vierten.

* Auf diesen Gedanken läuft hinaus, was Scheler schreibt, doch er spricht ihn nicht eindeutig und klar aus.

Deutschlands Nationalismus, der in die späte Gründung des [kleindeutschen] Nationalstaates mündete, entsprang einer Reaktion auf den napoleonisch-französischen Nationalismus, und Deutschlands Kapitalismus paßte sich lediglich den [im 19. Jahrhundert] vorherrschenden ökonomischen Bedingungen an. – Deutschland hatte während [des Jahrtausends] des alten Reiches in ganz Europa politische Institutionen geprägt[, die den Revolutionären nun reaktionär erschienen, Deutschland aber als deren Ursprung. Insofern ist der Krieg gegen Deutschland ein revolutionärer].

S. 35 – 42 III. Größenordnung und Träger des Hasses

Träger des Hasses ist stets vor allem der „Mittelstandstypus“ (S. 42), weit weniger der Vertreter des Adels, der Kirche oder der Arbeiterschaft. Ethnische Gegensätze treten hinter den [ideologisch-]„klassenmäßige[n]“ (S. 42) zurück.

Der Haß gegen Deutschland richtet sich gegen die Verbindung von Staat und Kirche sowie die militärisch-monarchistischen Institutionen (s. S. 40).

Der am lautesten geäußerte Deutschenhaß ist der belgisch-französische. Tiefer und nüchterner ist der englische Haß, ein bloß wirtschaftlich begründeter [des weniger erfolgreichen Konkurrenten] der in Italien und Rußland verbreitete. Der us-amerikanische Deutschenhaß trägt religiöse Züge.*

* Dieser Gedanke wird leider nicht weiter ausgeführt.

S. 43 – 46 IV. Arten und Einteilung der unmittelbaren Ursachen

Die Triebfedern des Hasses und die von ihm erhobenen Vorwürfe sind äußerst verschieden und widersprechen einander bisweilen vollkommen; dennoch weist der Deutschenhaß ein einheitliches Gepräge auf.

S. 47 – 86 V. Die Vertreibung aus dem Paradiese

Jedes Volk hangt Wunschträumen eines erstrebenswerten Daseins an. Wie verschieden sie auch sein mögen, so steht ihnen allen doch der deutsche Arbeitsgeist entgegen, welcher das Werk um seiner selbst willen vollbringt [und welcher im 21. Jahrhundert weitgehend aus dem „verwestlichten“ Deutschland verschwunden ist]. Sämtliche Wunschträume stellt dieses deutsche Verhalten in Frage, und die Reaktion auf solche Vertreibung aus dem Paradies verleiht dem Deutschenhaß sein einheitliches Gepräge.* – Die Angehörigen anderer Völker arbeiten um der Erreichung verschiedener Zwecke willen, und daher meinen sie, der Deutsche müsse mit seiner unablässigen Werktätigkeit ebenfalls ein Ziel verfolgen. Dies bestehe in nichts anderem als der „,Welteroberung‘“ (S. 51).

* Zu fragen wäre, wie sich dies zur revolutionären Begründung des Deutschenhasses verhält.

Der deutsche Arbeitsgeist wird von Scheler auf das germanische Erbe zurückgeführt; dieses bestehe im unbedingten Verfolgen einer Idee, dem unermüdlichen Streben (s. S. 69). Mit Ausnahme des Cusaners, der immerhin dem 15. Jahrhundert angehört, führt Scheler aber nur neuzeitliche Beispiele mit protestantischem Hintergrund dafür an (s. S. 69f.). An späterer Stelle setzt Scheler selbst voraus, daß der deutsche Arbeitsgeist neuzeitlich-protestantischen Ursprungs ist, da er den deutschen Katholiken des Südens und Westens, die ebenso germanische Ahnen haben wie die Protestanten des Nordens und Ostens, eine nur sekundär diesem Arbeitsgeist angepaßte Haltung zuschreibt.

Mittels des deutschen Arbeitsgeistes gelang eine überaus erfolgreiche Anpassung an den Kapitalismus (s. S. 54) – Der deutsche Arbeitsgeist ist ein [als deutscher Sozialismus] in die [nach-moderne] Zukunft weisendes Verhalten.

Schattenseiten des deutschen Arbeitsgeistes:

Anderes im Leben kommt angesichts des Ausmaßes der Arbeit zu kurz.

Die Konzentration auf die Produktion vernachlässigt den Aspekt der Konsumtion; daher erscheinen die Waren formlos[, bzw. ihnen fehlt es an Stil].

[Zwar nahm Deutschland den Kapitalismus an, aber das ihn tragende Bürgertum übernahm nicht die Macht im Staate wie in den Staaten des Westens.] Dem deutschen Nationalstaat gaben die Unternehmer die Inhalte, aber Preußen verlieh ihm seine „Ethosform“ (S. 77 – fett im Original).* – Vom Offiziersstand und vom höheren Verwaltungsdienst sind Juden in Deutschalnd ausgeschlossen, in der Unternehmerschaft sind sie überrepräsentiert (s. S. 83f.), was Scheler aufzuheben fordert (s. S. 84).**

* Bemerkenswert ist ein längerer Zusatz (auf S. 73 bis 75), der Kants Philosophie vom preußischen Staatswesen her deutet.

** vgl.u. VIII.

S. 87 – 108 VI. Notwendige nicht schuldhafte Mißverständnisse

Jedes Volk vertritt sein Ethos mit Werten, die es besonders schätzt. [Aus dieser subjektiven Position heraus] ergeben sich Mißverständnisse beim Urteilen über andere Völker.

Die Rede vom deutschen Militarismus hält die Gesinnung der Wehrhaftigkeit für den Ausdruck der Bedrohung anderer statt den Willen zur Selbstverteidigung darin zu erkennen, weil [die Völker des Westens] eben auf Eroberung aus sind: „Die Kraft der Pleonexie einer herrschenden Händlerklasse, Finanz- und Industriearistokratie ist ihrer inneren Natur nach im kapitalistischen Zeitalter unbegrenzt.“ (S. 100 – fett im Original)

Die deutsche Freiheitsidee unterscheidet sich von derjenigen des Westens: Die Wahrheit soll frei machen, und zwar nicht etwa im politischen Sinne, statt daß die politische Freiheit [bestimmt], was wahr und gut ist.

S. 109 – 118 VII. Abwendbare Mißverständnisse als Haßursachen

Das Bild des Deutschen im Ausland wurde durch den deutschen Auslandskaufmann geprägt, den politisch – im Vergleich mit dem Westen – weniger einflußreichen Angehörigen des dritten Standes, dem sein rascher Aufstieg noch anzumerken ist. So entstand ein vereinseitigtes Bild des Deutschen.

Die Kritik linker Sozialdemokraten des angeblichen Militarismus und sozialer Mißstände sowie die Veröffentlichungen der Alldeutschen* boten dem Ausland ein verzerrtes Bild von Deutschland.

* Scheler nennt als Charakteristika der Alldeutschen die Berufung auf die Politik Bismarcks, eine Verklärung der germanischen Vergangenheit, „wagnerhafte Helden-Romantik“, religiös überhöhte Racetheorien – und dahinter verborgen – die „ starken Interessen des großen Industriekapitals“ (S. 116). Umreißt Scheler damit nicht treffend den Vorläufer des späteren Nationalsozialismus?

S. 119 – 127 VIII. Unser Verhalten zum Hasse der Welt

Bisherige Verhaltensmuster bestehen in Folgendem:

  1. Dem Wiederhassen.
  2. Der Haltung, daß man uns doch hassen soll, solange man uns nur fürchtet.
  3. Aufklärungswillen.
  4. Ansteckung durch Deutschlandhaß.

zu 1. Nicht vom Haß gefangennehmen lassen! Festhalten am eigenen Wesen statt Nachahmung des englischen Jingotums. Kritik der deutschen Nachahmung Englands und künftige Distanzwahrung.

zu 2. Die imperiale Haltung der Römer nachzuahmen paßt nicht zum deutschen Wesen, das gerade so überaus fähig ist zum Verstehen des Fremden. Stattdessen nur Hinnahme des Unabänderlichen.

zu 3.* Ins Besondere weibliche Intellektuelle verfallen einer solchen Haltung, da sie meinen, [das Ausland sei nur falsch informiert]. Tatsächlich ist Aufklärung geboten, so weit sie möglich ist[, doch sollte man sich nicht zu viel davon versprechen].

* Im Buch wird die Reihenfolge von 3. und 4. verwechselt.

zu 4.* Die Bejahung des Deutschenhasses [als vermeintlich berechtigte Kritik] findet sich vor allem bei linken Sozialdemokraten, doch auch andere Deutsche neigen dazu, das deutsche Staatswesen nach westlichen Maßstäben zu beurteilen. Stattdessen sachliche Selbstkritik. Dazu gehören Verbesserung im Verhalten gegenüber der Zeit vor dem [1. Welt]krieg. Vor allem ein Ausgleich [innerhalb der deutschen Nation, um deren Wesen weniger einseitig vom Arbeitsgeist geprägt erscheinen zu lassen,] ist geboten. Dem diente eine Aufhebung des Ausschlusses der Juden** vom Offiziersstand und höheren Verwaltungsdienst, durch die sich ihr Element ausbreiten, aber nicht mehr – wie bisher im ökonomischen Bereich – konzentrieren würde. Außerdem sollten sich die Katholiken des Südens und Westens nicht mehr am [protestantischen Arbeitsgeist] orientieren, sondern sich auf die eigenen Werte besinnen und so zur [Entzerrung des deutschen Erscheinungsbildes] beitragen.

* s.o. Anm. zu 3.

** Max Schelers Mutter gehörte dem Judentum an, sein Vater war dorthin konvertiert; so wuchs Max Scheler als Jude auf, konvertierte 1900 aber zum Katholizismus.

 

6 Kommentare zu „Exzerpt von Max Schelers, „Die Ursachen des Deutschenhasses (2. Aufl. 1919 = 2009)““

  • Hildesvin:

    Wenn seine Frau Mutter eine war, sollte damit alles gesagt sein.

    Wer viel zu sagen hat, sagt nicht soviel. Hamlet —

    [vO: Na, dann hätte ich mir die Arbeit ja sparen können.]

  • Konservativer:

    Zum Thema Hass auf die Deutschen habe ich etwas Authentisches von einem arabischen Muslim. Mag sich jeder hier auf dieser Seite seine Gedanken (oder mehr) dazu machen:

    Vorwort: Folgender Artikel ist von einem Bekannten erstellt worden und auf mein Bitten erscheint er hier. Er hat stellenweise eine derbe Sprache, die ich bitte zu entschuldigen. Ansonsten trifft er allerdings in vielen Punkten den Nerv der Problematik unserer Tage und hält (uns) Deutschen mal den Spiegel vor. Aus dem Blickwinkeln von Migranten betrachtet, sind wir schon ein ziemlich absonderliches Volk. Am Schluss gibt es noch ein kleines Nachwort von mir. Der Text ist von mir ohne Änderungen(außer Namensänderung) übernommen worden.

    Autor: „Sajad“*

    „Wie ich als Muslim zum Patrioten wurde – oder : Was ich den Deutschen schon immer mal sagen wollte!“

    Hallo Deutsche. Ich bin hier, weil ich euch schon immer mal ein paar Sachen sagen wollte. Das meiste davon, wird euch bestimmt nicht gefallen. Mir egal! Aber es muss mal gesagt werden. Aber erstma zu mir. Ich bin Muslim! Nicht gleich in die Hosen pissen ja? Ich bin Muslim und ich bin Patriot. Ich bin aber kein Deutscher, sondern Araber. Wie passt das zusammen fragt ihr euch? Das habe ich mich auch oft schon gefragt. Das ist so eine Sache, die ich auch Niemanden in meinem Familienumfeld anvertrauen kann . Ist eigentlich beinahe so schlimm wie schwul sein bei uns. Wie kann man AfD wählen als frommer Muslim? Wie kam es also dazu, dass ich so ein Aussätziger wurde? Ganz einfach liebe Deutsche. Früher! Ganz früher…also vor fast zwanzig Jahren mittlerweile….habe ich euch gehasst.

    Warum ich die Deutschen verachtet habe

    Wir kamen als Flüchtlinge aus Beirut nach Deutschland und landeten erst in Hamburg und nach der Wende in Berlin. Da bin ich auch zur Grundschule und zur Oberschule gegangen. Im „Ghetto“ oder einfach in Kreuzberg und dann im Wedding. Ich sag´s gleich. Als Libanesen mit geringer Ausbildung und dem falschen Aussehen gab es für uns hier kaum Chancen auf gute Arbeit. Meine Familie (Großfamilie) hat sich einen ultra hässlichen Neubau geteilt, der mega nach Fisch gerochen hat und mit gelblichen Laminat belegt war. Die Nachbarschaft bei uns, bestand zu 50% aus Assi-Deutschen Sozialfällen und Migranten. Die Migranten waren alles Türken, Araber, Russen und Polen und sogar ein paar Juden. Damals war Berlin noch nicht sexy oder hipp und diese schwulen Hipster und die hässlichen Ökö-Tussies aus Schwaben waren noch nicht da.

    Ich will nicht rumflennen hier. Aber ne echte Chance für meinen Vater gab es hier nicht. Hat Kindergeld für uns gekriegt und ansonsten in der Fabrik als billige Arbeitskraft geschuftet, damit es seine Kinder mal besser haben. Aber das war okay. Da waren auch andere Deutsche, denen es Scheisse ging wie uns. Die hatten auch wenig. Ich sag´s euch. Die Assi-Deutschen, wie man sie nennt, sind mir viel lieber als die mit Geld, die in Lankwitz und Frohnau wohnen mit Eigenheim und Garten. Warum? Weil die armen Deutschen mit uns im Kiez gewohnt haben und die gleichen Probleme hatten. Denen läuft die Angst auch nicht aus der Unterhose, wenn sie eine Gruppe Araber sehen.

    Aber ich habe damals die Deutschen trotzdem gehasst. Das hat viele Gründe und ihr sollt sie erfahren. Auf unserer Grundschule gab es noch viele Deutsche Kinder. Etwa 60%. Alles war noch halbwegs in Ordnung, soweit ich mich erinnern kann. Aber da meine Leistungen nur mäßig waren, kam ich auf die Hauptschule, wo es dann nur noch einen einzigen Deutschen in meiner Klasse gab. Einen. Ich lüge nicht. Alles andere waren Muslime und ein paar Russenkinder. Der Deutsche war so ein richtiger Spasst. So ein richtiger „Peter“(Namen vergessen) mit Brille, Sommersprossen und rotblonden Haaren. Klein und dünn und mega schüchtern. Das Schlimmste war aber, dass er noch klüger war als die anderen in der Klasse.

    Jo wir haben ihn durch den Dreck gezogen. Alle haben ihn geschlagen und gemobbt und seine Eltern haben ihn dann von der Schule genommen. Denkt ihr die Lehrer haben jemals was gesagt? Mediationsgespräche gab´s und ein paar „Du, du du! Das macht man nicht!“ Aber diese antiautoritäten Lutscher hatten so die Hosen voll, irgendwas gegen Ausländer zu sagen.

    Als ich mit meiner Gang unterwegs war, haben wir öfter mal Leute angemacht und abgezogen. Nebenan war ein Gymnasium, wo es nur Deutsche Kids gab. Wisst ihr was ich so an den deutschen Mittelschichtlern verachte? Die haben sich nicht gewehrt. Ich schwöre. Die haben sich alle verhauen und abziehen lassen und haben rumgeheult und nach ihren Eltern gebrüllt. Nur einmal hat sich einer gewehrt. War allerdings ein Russe. Den haben wir in Ruhe gelassen danach.

    Ich bin nicht stolz auf diese Seite aber ich schäme mich auch nicht dafür. Ist halt so gewesen damals und alle Jungs wie wir waren so drauf. Und wenn wer nicht so war, der war unser Opfer. Es gab auch keine Möglichkeit etwas anderes zu tun. Niemand den ich kannte, hatte gute Noten in der Schule oder hatte eine Chance mal so zu sein wie die reichen Deutschen. Die haben wir wirklich alle gehasst. Diese piekfeinen Lutscher aus Steglitz, die noch ein Haus am Wansee haben und nur zufällig mal durch das Kiez fahren müssen. Ihr wisst schon. Diese metrosexuellen Spasstis mit Schal und Schmalzlocken, Brille und Anzugjacke. Ich hab diese Penner richtig gehasst für ihr Geld und dafür, dass sie irgendwie keine Ahnung von unserem Leben im Kiez hatten. So gar keine Ahnung meine ich. Die wussten nichts von der Gewalt, den Drogen und dieser Trostlosigkeit. Kein Schimmer, wie ein deutscher Plattenbau von Innen aussieht. Das waren auch immer die gleichen Hurensöhne, die dann im Fernsehen auftraten und die Mitleidsschiene fuhren, wenn irgendwo Krieg war. Erst Jugoslawien und dann Afghanistan und Irak. Ehrlich jetzt. Entweder diese Männer waren von der Sorte, die jeden Ausländer als heiligern betrachteten oder aber nur Vorurteile hatten. Entweder oder! Ich kann diese Männer mit glatter Haut, blonden Haaren und dem arroganten Grinsen nicht mehr sehen. Deswegen wollen deutsche Mädels auch so gerne mit Arabern ins Bett. Weil sie die ganzen homodeutschen Jungs nicht mehr ertragen. Und diese absonderlich hässlichen Toleranzbräute sowieso nicht. Niemand will diese Feministinnen ficken. Was ist überhaupt mit denen los? Kurze Haare wie ein Junge und eine Figur wie Relaxo. So sieht die intelektuelle deutsche Frau aus. Daran hat sich nichts geändert. Sieht aus wie ein Mann! Aber egal. Ich habe noch nicht fertig.

    Ich bin der EINZIGE aus meinem ganzen Freundeskreis von Ausländern, der den Aufstieg geschafft hat. Ich bin raus aus dem Kiez und alle anderen sind immer noch im Sumpf. Habe sogar noch später studieren können und bin nicht verarmt, wie so viele andere bei mir im Umfeld. Die beziehen meistens Hartz4 und hocken zuhause, weil sie nicht mehr können oder wollen und weil sie wirklich keine Chancen haben. Erzählt mir nichts davon, alle Araber wären faul. Ich kenne Araber, die haben 300 Bewerbungen im Jahr geschrieben und wurden immer abgelehnt. Danach haben sie halt keine Lust mehr auf dieses Land und machen Front gegen alles Deutsche. Niemand will Menschen mit Hauptschulabschluss wirklich haben. Alles nur befristete Jobs und so dreckige Arbeit, dass man kaum von Leben kann. Ist mir auch ein Rätsel, warum Merkel jetzt ne Million mehr Muslime mit noch schlechterer Bildung bei uns haben will. Erzählt mir nix von Humanität. Die werden hier genau wie alle anderen Araber und die meisten Türken in der Gosse landen. Die werden im Ghetto landen und dann dürfen die Gutmenschen wieder Tränen vergießen und weinen wegen der schlechten Integration. Dann wollen sie wieder helfen.

    Darum habe ich die Deutschen so gehasst. Einerseits locken sie die Menschen her mit Verheißungen des Glücks und dann landen doch die meisten ganz unten. Ich kriege heute immer noch nen Tobsuchtanfall, wenn ich die deutschen Vorgärten sehe mit den Blumen und der ganzen Ordnung und diesen hübschen Häusern. Ehrlich – ich möchte diese Häuser anzünden und alle Blumen zertrampeln. Aber ich tu es nicht. Denn ich bin Patriot. Aber warum?

    Warum Patriot?

    Okay ich kenne des Argument von den „Nazis“. Ich mag die Deutschen nicht? Also soll ich einfach gehen. Wohin? Nach Libanon? So gut ist mein Arabisch nicht. Chancen gibt es dort auch nicht. Wir sind jetzt hier und ich weiß nicht, wohin ich sonst gehen sollte. Ich bin doch in Deutschland aufgewachsen und auch wenn ich Araber bin, kann ich doch nichts mit der arabischen Welt anfangen. Ich bin da auch fremd. Also ich bin hier in Deutschland unter den Deutschen fremd und im Libanon bin ich auch ein Fremder.

    Ich will in Deutschland einfach bleiben und in Frieden weiterleben und hier alt werden und sterben. Ganz einfach. Deswegen bin ich Patriot. Denn so wie es jetzt läuft, stehen die Zeichen auf Bürgerkrieg. Nur die deutschen Gutmenschen und Vollidioten haben das noch nicht bemerkt. Weil die sind auch Mitschuld daran. Jedes normale Volk, würde sich bei so vielen Ausländern im Land doch sagen können, dass nun genug ist. Jetzt reicht es! 20% Nichtdeutsche im eigenen Land? Das Boot ist voll?! Aber nicht diese geisteskranken Gutmenschen in Politik und Medien und in den Universitäten (Die sind wirklich alle so in den Unis). Das sind meistens diese kackdummen deutschen Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen, die am Bahnhof stehen und „Refugees Welcome“ brüllen. Wenn die meine Schwestern wären, würden die das allerdings nur einmal machen. Aber ich trauere diesen Schlampen jetzt nicht nach oder so. Ich bin aus reiner Vernunft ein Patriot.

    Denn wenn jetzt keine Wende eingeleitet wird und sich die Politik dramatisch ändert, dann reißt dieses Land auseinander. Dann kriegen wir einen Bürgerkrieg mit vielen TAUSENDEN Toten. Ich weiß es. Denn ich höre das schon seit den 2000er Jahren von den Muslimen bei uns im Ghetto. Denn die sehen diese Entwicklung schon länger als die Deutschen. Die sehen nur schwache, hässliche und kranke Gutmenschen, die ihnen alles geben was sie wollen und selbst zu verweichlicht sind, um ihr eigenes Vaterland zu schützen und ihre Frauen zu schützen. Seit Jahrzehnten schon gibt es bei uns im Kiez die Imame die den Dschihad gegen die Ungläubigen ausrufen : Noch nicht ! Aber bald! Bald Jungs! Bald sind wir die Mehrheit in der Stadt!“ Nur die dummen Deutschen kriegen keine Kinder und werden sich noch wundern. Die Islamisten bei uns wissen doch schon lange, dass die Zeichen auf Sturm stehen. In ein paar Jahrzehnten soll es soweit sein. Dann nehmen „Wir“ uns das Land der Deutschen. Aber ich bin nicht „wir“. Ich will nicht, dass soweit kommt. Deswegen bin ich Patriot.

    Nicht weil ich die Deutschen sonderlich mag. Überhaupt nicht. Ich fühle mich auch überhaupt nicht Deutsch, sondern eher arabisch. Aber ich hasse die Deutschen auch nicht. Ich will ihnen nichts mehr wegnehmen und ihnen nicht wehtun und ich will nicht sehen, wie Deutsche und Muslime sich bis auf den Tod bekämpfen. Weil wenn es so weitergeht, dann haben wir bald einen Krieg. Ich sags euch! Dann gibt es viele Tote. Dann hacken Islamisten irgendwelchen Menschen hier den Kopf ab und hissen die schwarze Flagge in Berlin. Und Nazis erschiessen Frauen mit Kopftuch oder Menschen mit schwarzen Locken, weil ihnen deren Aussehen nicht passt.

    Deswegen bin ich Patriot: Ich will einfach nur Deutschland wiederhaben. Diese irre Politik der Toleranz und offenen Grenzen wird genau zum Gegenteil führen. Zu Mord und Totschlag. Ihr werdet es so haben wie in Syrien oder vielleicht noch schlimmer.

    Gebt mir mein Deutschland zurück! Macht die Grenzen dicht, schmeißt die Islamisten alle raus und begrenzt sofort die Einwanderung! Ich sage ja zu dieser komischen „Deutschen Leitkultur“, weil nur das so viele Migranten zum gemeinsamen Zusammenleben zwingen kann. ZWINGT die Einwanderer zum Deutsch lernen und zum Deutsch denken und handeln. Ich habe es nur ungenügend selbst verstanden. Viele andere sind euch und diesem Land völlig entfremdet. Die hassen euch wirklich und wollen euch was Böses. Die wollen – euer Geld, euer Haus, eure Frauen und euer Land – Die wollen euren Tod.

    Und die Neonazis und Faschisten hier wollen denke ich auch, dass es so weitergeht. Weil dann gibt es Krieg und dann können sie endlich so richtig zuschlagen.

    Ich bin aus Vernunft Patriot und ich sage euch! Seid vernünftig liebe Deutsche! Schluss mit Willkommenskultur und Toleranz – Ihr müsst strenger sein! Sonst wird das alles aus dem Ruder laufen und mächtig eskalieren.

    Es wäre besser für alle gewesen, wenn jeder in seinem Land eine Zukunft gehabt hätte. Wenn wir im Libanon nicht hätten fliehen müssen wegen dem Bürgerkrieg damals. Wenn alle ihr Land hätten und jeder für sich in Frieden leben kann. Aber jetzt ist es so wie es ist und wenn ihr nicht jetzt die Vollbremse macht, dann fährt das Auto gegen den Baum. Dann werdet ihr hier Libanon vor der Haustür haben. Denn sowas hab ich von einer dummen Gutmenschentussi im Fernsehen gehört.

    „Der Libanon hat gemessen an seiner Bevölkerung viel mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland!“

    Ja und was hatte er davon? Das Land befindet sich in einem Zustand des permanenten Bürgerkrieges, der niemals aufhört. Alle wählen nur noch ihre ethnischen und religiösen Parteien. Jeder gegen Jeden. Schiiten gegen Sunniten. Sunniten gegen Christen und Schiiten. Juden sind schon weg. Beirut war mal eine schöne Stadt.

    Lasst mich nicht in zehn Jahren sagen müssen : Deutschland war mal ein schönes Land.

    Nachwort von Young German:

    Sajad* spricht da ein paar Punkte an, die ich auch immer mal wieder angeschnitten habe. Vor allem das Leben im Kiez/Ghetto, wo Migranten und Deutsche aus der Unterschicht zusammenkommen, hat mich selbst tief geprägt und ich erkenne vieles von Sajads Erlebnissen in meinen eigenen Erinnerungen wieder. Während die Gutmütigkeit der deutschen Behörden und Sozialarbeiter bei den meisten Muslimen eher für Kopfschütteln sorgt und sie darin bestärkt, in uns eine Art Diener zu sehen, herrscht allgemeinhin in den Problemvierteln der urbanen Gebiete eine gewisse Trostlosigkeit. „Wir“ – also die Migranten Ghettokids – werden niemals so leben können wie die „reichen“ Einheimischen. Also die Deutschen. Das ist auch das, was man im Diskurs in Frankreich oder Großbritannien erleben kann. Die Londoner Riots vor einigen Jahren und die Migrantenaufstände in den französischen Vorstädten sind Symptome dieser Entwicklung. Einerseits erwächst ein religiöses Selbstbewusstsein in der migrantischen Jugend und andererseits entläd sich auch eine ungeheure Frusttration der sozial benachteiligten Schichten. Wir haben es mit im Grunde entwurzelten Menschen zu tun, die relativ chancenlos in eine tristesse Zukunft schauen. Nur der Islam und der kommende „Wendepunkt“, also die beschwörte Übernahme der europäischen Gesellschaften , gibt diesen Leuten Hoffnung darauf, dass sich die Verhältnisse endlich umkehren könnten. Dann sind die Einheimischen Europäer in den Ghettos und die Migranten endlich an der Spitze.

    Was kauft sich der Türke gerne als erstes? Genau. Ein schickes Auto. Genau wie Asylanten/illegale Einwanderer hier vor Luxusautos und Häusern posieren und dann diese Selfies nach Hause schicken und damit anzugeben. Diese Dinge gehören ihnen nicht. Noch nicht. Sie wollen es aber. Aber wenn sie es nicht bekommen können, weil ihnen dazu das Wissen, die Bildung und der Charakter fehlt, dann werden sie frustiert, traurig und am Ende zornig.

    Quelle: http://younggerman.de/index.php/2015/11/10/wie-ich-als-muslim-zum-patrioten-wurde/#comment-541

  • Hildesvin:

    ‘s ist schon so…

    Nun kenn’ ich beide Triebe,
    und sag’ euch mit Verlaß:
    So süß fast als die Liebe,
    und heißer ist der Haß.

    Felix Dahn

  • Hildesvin:

    Sajad kann mir gerne – auf den Buckel klettern. Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

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