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Archiv für die Kategorie „Gesellschaft“

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (12)

Zwar wurde Schumachers Vorwort zum Dortmunder Aktionsprogramm mit seiner Erwähnung der sozialen Gerechtigkeit vom West-Berliner Aktionsprogramm 1954 noch übernommen, doch abgesehen davon beschritt man einen Weg, der von der Arbeiterpartei weg und zum Godesberger Programm (1959) der Volkspartei SPD hin führte; damit wird klar, daß die 1959 dann deutlich sichtbar gewordene Wende nicht etwa eine kurzfristige Reaktion auf die Niederlage in der Bundestagswahl von 1957 darstellte, bei der die CDU die absolute Mehrheit errang.

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Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (11)

Die in mehrere Richtungen zerteilte Neue Linke dümpelte während der siebziger Jahre wenig erfolgreich umher, weil ihr eine ökonomische und auch eine gesellschaftliche Basis fehlte. Der Terror erschütterte den Staat nicht nachhaltig, den alternativen Projekten fehlte eine die Allgemeinheit überzeugende Vision einer besseren Welt, und der Maoismus warb vergeblich um Gehör bei den Werktätigen.

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Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (10)

Die älteren maoistischen Gruppen in der BRD (KPD/ML, KPD/AO) schlugen noch nationale Töne an; letztere sind als retardierendes Element zu betrachten, als Ballast der Alten Linken, den jüngere maoistische Vereinigungen (KB, KBW) nicht mit sich schleppten. – Man erkennt ein verändertes Selbstverständnis auch an der Wahl des Namens. Während die älteren maoistischen Gruppierungen eine Partei zu bilden beanspruchten, nämlich die Kommunistische, bezeichneten sich die jüngeren nur noch als Bund*: Der Kummunistische Bund (KB) wurde 1971 in Hamburg gegründet, der Kommunistische Bund Westdeutschland (KBW) 1973 in Bremen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (9)

Während sich der undogmatisch-anarchistische Flügel der Achtundsechziger z.Z. der siebziger Jahre in verschiedener Weise um die Zerstörung des Staates bemühte, um kommunistische Verhältnisse entstehen zu lassen, hielt die maoistische Linke theoretisch noch an der Lehre vom Proletariat als dem revolutionären Subjekt fest. – Die KPD/ML fiel vor allem durch ihr Zentralorgan „Roter Morgen“ in der Öffentlichkeit auf; deren Verkäufer unterschieden sich hinsichtlich des Alters und der Kleidung zwar zumeist von den Anbietern des „Wachturm“ der Zeugen Jehovas, doch nur mäßig in der von ihnen erzielten Resonanz. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (6)

Die Hinwendung von Vertretern der undogmatischen Linken in der DDR zu den „Grünen“ und dem Vorläufer der Partei „Die Linke“ weist darauf hin, daß die Ideologie der Neuen Linken kein Phänomen allein des Westens oder gar in der alten BRD ist, sondern eigenständig demselben Grund entsprossen ist wie West und Ost, Liberalismus und Sozialismus, und deshalb hüben wie drüben anzutreffen gewesen ist. – So stammte auch Rudi Dutschke, den man als prominentesten Repräsentanten der undogmatischen Linken in der alten BRD bezeichnen darf, aus der DDR; das aus verschiedenen Strömungen bestehende Sammelbecken der undogmatischen Linken wollte einen Sozialismus jenseits von West und Ost konstituieren, ohne dabei einer bestimmten Lehre zu folgen, was also den Maoismus allenfals als einen Aspekt unter vielen zuließ. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (5)

Mit der Gründung der KPD/ML war der Maoismus in der alten BRD erstmals politisch-programmatisch konkret geworden; nach der Vorbereitung der Parteigründung im Herbst 1968 wurde sie am Ende desselben Jahres schließlich vollzogen und eine programmatische Gründungserklärung verabschiedet. Bis dahin und sporadisch auch noch hernach waren Parolen der maoistischen Propaganda von verschiedensten Personen verwendet worden; als Beispiel war oben auf Johannes XXIII. hingewiesen worden. Mit der KPD/ML-Gründung wurde der ideologische Zusammenhang deutlich vor Augen geführt, in den die Parolen eigentlich gehörten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick auf den hiesigen Maoismus in seinem Zusammenhang (4)

[Vorbemerkung: Da sich die Betrachtung des Themas nicht in der von mir beabsichtigten Weise auf den Maoismus konzentrieren ließ, von dem erst im folgenden Teil wieder ausführlicher die Rede sein wird, da also der Kontext weit mehr Berücksichtigung erforderte und der Titel deshalb zu Mißverständnissen Anlaß gab, ist er von mir abgeändert worden. -] Nach dem Jahr 1968 stand die Alte Linke, vertreten durch deren kommunistischen Flügel, recht isoliert da und erschien als Interessenvertretung des Ostblocks im Westen; dem wurde von Seiten der Maoisten „Revisionismus“ vorgeworfen, d.h. Abweichung von der reinen Lehre des Marxismus-Leninismus, und daher bezeichneten sich die Maoisten selbst auch gern als Marxisten-Leninisten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Notizen zur Utopie (3)

Der Fall Münsters im Jahre 1535 markierte einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung des Wiedertäufertums. Der überwiegende Teil derjenigen, die den Chiliasmus nicht aufgeben wollten, verließ anscheinend das kontinentale Europa und ließ sich in England nieder. So war es möglich, daß sich der zurückbleibende Teil rasch umorientierte und sich in eine – den Münsteraner Wiedertäufern geradezu entgegengesetzte – Gemeinschaft von Pazifisten transformierte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kurzer Rückblick auf den hiesigen Maoismus (3)

Oft werden die Pariser Mai-Unruhen als Höhepunkt der studentischen Bewegung angesehen, so daß man mit Blick darauf von den „Achtundsechzigern“ spricht, doch eigentlich bildete das Jahr 1967 den Zenit, die Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien mit dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg*, der von einem West-Berliner Polizisten mit Verbindungen zur Ost-Berliner Staatssicherheit – vielleicht in deren Auftrag – erschossen wurde. Im April 1968, am Gründonnerstag jenes Jahres, verlor die Studentenbewegung in der BRD hingegen durch ein Attentat ihre wichtigste Führungsperson, den Soziologie-Doktoranden Rudi Dutschke**; der es zwar überlebte, jedoch so schwer verletzt wurde, daß er die frühere Wirksamkeit hernach nicht fortzusetzen vermochte und bereits 1979 verstarb. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gedankensplitter (18. Aug. 2016)

„Zivilgesellschaft“ ist ein seit 1989 immer häufiger gebrauchtes Wort, das früher gar nicht geläufig war. Es entstammt dem Bereich der Sozialwissenschaften, verbreitete sich jedoch über Fachkreise hinaus und wird gegenwärtig gern von Politikern benutzt; schon deshalb ist es geboten, sich darüber Klarheit zu verschaffen, was denn mit „Zivilgesellschaft“ gemeint ist. – Auf der Netz-Seite der United Nations (UN) wird das englischsprachige Pendant des Begriffes „Zivilgesellschaft“ folgendermaßen definiert: „Civil society is the ,third sector‘ of society, along with government and business. It comprises civil society organizations and non-governmental organizations.” [Die] Zivilgesellschaft ist der „dritte Sektor” der Gesellschaft neben Staat und Wirtschaft. Sie umfaßt zivilgesellschaftliche Organisationen und nicht-staatliche Organisationen.* Weiter heißt es dort: „The UN recognizes the importance of partnering with civil society, because it advances the Organization’s ideals, and helps support its work.” Die UN erkennen die Bedeutung der Verpartnerung mit [der] Zivilgesellschaft an, da sie (sc. die Verpartnerung) die [Verwirklichung der] Ideale der [UN-]Organisation voranbringt und den Rückhalt ihrer Tätigkeit [zu stärken] hilft. Diesen Beitrag weiterlesen »