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Artikel-Schlagworte: „Geschichte“

Gedankensplitter (16. Sept.)

In der Schule lernte ich, daß Kleisthenes mit seinen Reformen 510 v. Chr. in Athen nach der Tyrannenherrschaft die Demokratie einführte, während in Rom in demselben Jahr die Königsherrschaft beseitigt wurde, wonach die Republik entstand. – Man brauchte nur Republik und Demokratie gleichzusetzen wie Königsherrschaft und Tyrannis und bekam vor Augen geführt, wie sich zu derselben Zeit in zwei so bedeutenden Städten die Demokratie nach der Willkür etablierte. Wie gut paßte dies ins trizonesische Bildungsprogramm! Diesen Beitrag weiterlesen »

Bouvines

von virOblationis

Wie nun im Jahre 2014, so fiel der 27. Juli 1214 auch auf einen Sonntag; damals war es der neunte nach Pfingsten, jetzt der siebte. – Der 27. Juli 1214 sollte zu einem deutschen Schicksalstag werden, dessen Schatten die Zukunft des Reiches verdunkelten, der aber gegenwärtig wenig Beachtung findet, zumindest in Deutschland, und dessen daher auch kaum im Zusammenhang mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 gedacht wird. Diesen Beitrag weiterlesen »

Atomwaffenfrei?

von virOblationis

“Wozu dient das deutsche Militär?”, fragte ich vor geraumer Zeit in einem Artikel. – Natürlich nicht etwa dazu, eigenen Interessen Nachdruck zu verleihen, sondern Kriegsdienste für die USA zu leisten, die die Herrschaft des Globalkapitalismus (kellnernd) aufrecht erhalten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Feiertag 17. Juni

Hier ein älterer Artikel (mit unwesentlichen Änderungen), der seine Aktualität nicht verloren hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

Exzerpt von Manfred Kleine-Hartlages “Die liberale Gesellschaft und ihr Ende. Über den Selbstmord eines Systems (2013)”

von virOblationis

In meinem Exzerpt von Manfred Kleine-Hartlages “Die liberale Gesellschaft und ihr Ende. Über den Selbstmord eines Systems (2013)” habe ich versucht, die Grundgedanken des Buches durch Zitate zusammenzufassen. Dies soll denen, die sich damit auseinandersetzen oder schon auseinandergesetzt haben, die Rezeption erleichtern und diejenigen, die es noch nicht kennen, anregen, es zu lesen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die geistigen Wurzeln der Neuen Linken 2b: Das manichäische Denken (zweiter Teil)

von virOblationis

An Hand der angelsächsischen Tierschutz- und der Frauenbewegung sollen im Folgenden die gesellschaftlichen Auswirkungen des manichäischen Denkens während des 19. und 20. Jahrhunderts veranschaulicht werden, als der zu Grunde liegende Puritanismus bereits mehr oder weniger saecularisiert war. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die geistigen Wurzeln der Neuen Linken 2a: Das manichäische Denken (erster Teil)

von virOblationis

Der hl. Augustinus* charakterisiert das manichäische Denken, dem er selbst eine Zeit lang angehangen hatte, als ein dualistisches: „Iste [Manis] duo principia inter se diversa atque adversa, eademque aeterna et coaeterna, hoc est semper fuisse, composuit: duasque naturas atque substantias, boni scilicet et mali, sequens alios antiquos haereticos, opinatus est.“ So heißt es in „De haeresibus“ bei Augustinus.** Dieser [persische Religionsstifter namens Mani***] fügte zwei untereinander verschiedene und [einander sogar] entgegengesetzte Prinzipien zusammen, und dieselben [sollten auch] ewig und gleichewig, d.h. immer gewesen sein: Sowohl zwei Naturen wie Substanzen, nämlich des Guten und des Bösen, hat er sich anderen alten Häretikern folgend eingebildet. – Die materielle Welt gilt dem Manichäer als absolute Finsternis, Gott als das Licht. Beides ist unvereinbar. Vom Menschen kann nur dessen göttlicher Lichtanteil aus der ewigen Finsternis errettet werden; eine leibliche Auferstehung erschiene sinnlos. Dem gemäß stellte sich Augustinus in seiner Zeit als Manichäer Gott als „corpus lucidum et immensum“ vor, als lichten, unermeßlichen Körper, sich selbst aber als ein Teilstück davon, „frustum“.**** Diesen Beitrag weiterlesen »

Die geistigen Wurzeln der Neuen Linken 1: Die Gleichheitsideologie

von virOblationis

Drei Artikel zur Entstehung der Neuen Linken sind von mir geplant. Zwei widmen sich den geistigen Wurzeln, der letzte der Bildung der Neuen Linken im Verlauf des 20. Jahrhunderts. – In dem nachfolgenden Artikel über die Gleichheitsideologie, der sich auf deren Entstehung im 18. Jahrhundert und die Folgen konzentriert, wird hin und wieder auf die Gegenwart vorausgeblickt, ohne dies weiter auszuführen; es geschieht nur, um anzudeuten, wie die weitere Entwicklung bis heute ausgesehen hat. Auch wird die Entstehung des Liberalismus berücksichtigt und dieser in seiner traditionellen Form dem Bürgertum zugewiesen, das die Gleichheitsideologie aufnahm, aber dann auf einen Aspekt beschränkte, während andere, in die Neue Linke mündende Strömungen die ausgegrenzten Aspekte der Gleichheitsideologie aufnahmen. Der letzte der drei Artikel soll die Enstehung der Neuen Linken als Pendant des Neoliberalismus zeigen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nach der Frankfurter Schule 2: Sloterdijk

von virOblationis

Der wenigstens seit der Jahrtausendwende in der bundesdeutschen Öffentlichkeit als Philosoph weithin bekannte Germanist Sloterdijk reiste während der zweiten Hälfte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, wie viele seiner Zeitgenossen, die etwas auf sich hielten, zum Ashram in Poona*. Dort wurden die animalischen Triebe nicht nur möglichst uneingeschränkt ausgelebt wie zuvor bei den „Achtundsechzigern“ und in der unpolitischen „Hippie-Bewegung“, sondern dies Geschehen wurde von Bhagwan**, dem Erleuchteten, auch noch religiös überhöht. Die Vernunft sollte völlig aufgegeben werden, damit der Adept als leeres Gefäß das Nirwana erreiche; und da die Persönlichkeit des Menschen unlöslich mit seiner Vernunftbegabung verbunden ist, verliert er zusammen mit dem Verstand auch sein Ich: Dies versetzt den Sanyassin Bhagwans bzw. Oshos, wie er sich später nannte, in die Lage, sich dem Meister bedingungslos zu unterwerfen, ohne mit Hilfe eines Restes kritischen Denkens dessen primitives Protzen irgendwie anstößig zu finden: „Wer bist du, daß du wissen könntest, was richtig oder falsch ist?“ Diesen Beitrag weiterlesen »

Nach der Frankfurter Schule 1e: Habermas (letzter Teil)

von virOblationis

„…mir wird ja von meinen marxistischen Freunden nicht ganz ohne Grund vorgeworfen, ein Radikalliberaler zu sein.“* So Habermas. – Auch wenn er auf Marx dem Buchstaben nach immer wieder verweist, ist er von dessen Geist doch weit entfernt: Marx wäre nie darauf verfallen, den „Legitimationsproblemen im Spätkapitalismus (1973)“ ein Buch zu widmen, sondern hätte sich ganz darauf konzentriert, Versuche der Legitimierung einer Klassengesellschaft zu entlarven. An die Stelle des Proletariates bei Marx tritt die Masse von Arbeitnehmern, die sich in keinem unversöhnlichem Gegensatz zum Kapital befindet, weshalb der Staat, dem Habermas eine so große Eigenständigkeit zumißt, daß er nicht etwa als ausführendes Organ der Interessen der herrschenden Klasse erscheint, sich genötigt sieht, um seine Legitimatierung im Ansehen der Öffentlichkeit zu werben. Marx hingegen schreibt: „Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.“** Diesen Beitrag weiterlesen »