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Artikel-Schlagworte: „Philosophie“

Gedankensplitter (8. April ’15)

Dem laufenden Fernsehprogramm entziehe ich mich schon seit längerer Zeit; allenfalls zeichne ich einmal etwas auf, um es bei passender Gelegenheit anzuschauen. Doch nicht nur dazu überfliege ich öfter das Fernsehprogramm, sondern auch, um immer wieder befriedigt festzustellen, was mir alles erspart bleibt. – Neben vorgeblich Unterhaltsamem gibt es auch Sendungen zur Information. So beginnt heute ein Vierteiler “Sie wollten Hitler töten”, offenbar eine bundesdeutsche Produktion aus dem Jahre 2004. Den Anfang macht “Der einsame Held”; gemeint ist Georg Elser, dessen Todestag sich morgen zum siebzigsten Male jährt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gedankensplitter (25. März ‘ 15) Fortsetzung

Allem Anschein nach ist das Flugzeugunglück mit so vielen Toten am gestrigen Tage durch den Co-Piloten der Maschine bewußt herbeigeführt worden. Jetzt fragt man sich natürlich nach dem Grund. Der tote Täter selbst scheint geschwiegen zu haben; das Stimmenaufzeichnungsgerät hat nur sein Atemgeräusch aufgenommen, keine Botschaft an die Nachwelt o.ä. Handelte es sich vielleicht um einen außergewöhnlichen Selbstmord, der viele andere eben mit in den Tod riß? Diesen Beitrag weiterlesen »

Karl Jaspers

von virOblationis

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges stand ein beträchtlicher Teil der Werke Kierkegaards* in deutscher Übersetzung zur Verfügung. – Der Zusammenbruch des deutschen Staatswesens sowie des bis dahin herrschenden Fortschrittsoptimismus legte es nahe, ins Besondere in der protestantischen Theologie, die das landesherrliche Kirchenregiment verloren hatte, und auch in der Philosophie nach einem neuen Ansatz zu suchen. Während die damals entstehende Dialektische Theologie den Zusammenhang zwischen Gott und Welt zu zerreißen drohte, indem sie von Gott als dem ganz Anderen sprach und sich von aller menschlichen Geschichte absehend allein auf die in der Bibel bezeugte Offenbarung berief, wendete sie sich zugleich gegen die Liberale Theologie der vorangegangenen Zeit. In ihrer Behauptung eines Gegensatzes von Gott und Welt entsprach die Dialektische Theologie Kierkegaards Denken. In der Philosophie setzte der aus dem lutherischen Oldenburg in Oldenburg stammende Karl Jaspers** beim empirischen Subjekt an und befand sich damit ebenfalls in Übereinstimmung mit Kierkegaard. Das Subjekt, die eigene Person, soll die Existenz in Freiheit konstituieren; das unergründliche Objekt besteht bei Jaspers in der Geschichtlichkeit des Daseins, in dem es nichts Unveränderliches gibt, an dem man sich orientieren könnte, wodurch der Einzelne ganz auf sich gestellt ist und nach einem von ihm selbst bestimmten Entwurf leben soll. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Vorgeschichte der Existenzphilosophie

von virOblationis

Kant* hatte seine Philosophie auf das erkennende Subjekt gegründet: Das Erkannte ist das, was mit Hilfe der Anschauungsformen Raum und Zeit wahrgenommen und mit Hilfe der Kategorien denkend erfaßt wird; dabei bleibt das vom erkennenden Subjekt unabhängige Objekt, das Ding an sich, unbekannt. – Fichte** wies dem gegenüber darauf hin, daß Kant zwar das Erkennen ganz auf das Subjekt beschränkt sieht, doch mit dem Ding an sich das Objekt zugleich bewahrt, was zur Inkonsistenz des philosophischen Systems führt. Deshalb suchte Fichte das (materielle) Objekt als Nicht-Ich gänzlich durch das Subjekt, das Ich, zu erklären, um eine Philosophie aus einem Guß, einen allein auf das (geistige) Subjekt bezogenen Idealismus zu entwickeln. Den Erkenntnisprozeß faßte Fichte als Abfolge eines Dreischrittes auf; dieser besteht aus Thesis, dem sich selbst setzenden Ich, Antithesis, dem [vom Ich ebenfalls gesetzten] Nicht-Ich, und der Synthesis, dem absoluten Ich, dem sich gegenseitig begrenzenden und bestimmenden Ich und Nicht-Ich, einem als Einheit verstandenen Paar.*** Diesen Beitrag weiterlesen »

Notizen zu Subjekt und Objekt in Philosophie und politischer Ideologie

von virOblationis

Der Mensch lebt nicht als Einzelwesen in der Welt, und daher ist die Geschichte stets auch eine des Gemeinwesens. Der Mensch wird geboren und aufgezogen, bevor er beginnt, als selbständiges Subjekt in Eigenverantwortung zu handeln. Doch auch dann wird er nicht jede Tat neu erwägen, um darüber zu urteilen und danach sein Verhalten auszurichten, sondern vieles aus Gewohnheit tun. Diese ist aber nicht allein auf ganz persönliche Erfahrungen zurückzuführen, sondern zumeist auf das, was in der Umgebung gang und gäbe ist. Dadurch also wird der Mensch geformt; zunächst durch die Familie, dann aber auch von der Ortschaft, der Region, in der er herangewachsen ist und vielleicht weiterhin lebt, schließlich durch das Volk, dem er angehört, und durch den Kulturkreis. Je näher die Gemeinschaft der Besonderheit des einzelnen Menschen steht, desto intensiver wird seine Prägung durch sie sein, so daß er z.B. Sproß einer Bauernfamilie ist, dann aus einem Dorf in Dithmarschen stammt, als Deutscher schließlich dem Bereich der abendländischen Kultur angehört. Diesen Beitrag weiterlesen »

Natur und Werk

von virOblationis

Massenkarambolagen auf den Straßen, Ausfälle im Flugverkehr – Die späte Rückkehr des Winters in diesen Tagen bestätigt eine Einsicht, die jeder unverbildete Mensch ohnehin besitzt: “Im Winter kann man nicht so gut reisen wie im Sommer.” Das will der moderne Mensch aber nicht wahrhaben, sondern plant ohne Rücksicht auf Jahreszeiten u.a. natürliche Umstände. Diesen Beitrag weiterlesen »